Barrie Koskys Kult-Inszenierung der „Zauberflöte“ ist jetzt auch in Düsseldorf zu sehen. Sie bleibt bis Juni auf dem Spielplan.

Die Königin der Nacht wird als riesige Spinne auf der Bühne dargestellt.
Die Königin der Nacht wird als riesige Spinne auf der Bühne dargestellt.

Die Königin der Nacht wird als riesige Spinne auf der Bühne dargestellt.

Rheinoper

Die Königin der Nacht wird als riesige Spinne auf der Bühne dargestellt.

Düsseldorf. In Berlin und Duisburg genießt Mozarts „Zauberflöte“ in der Inszenierung des Regie-Duos Barrie Kosky und Suzanne Andrade bereits Kultstatus. Die knallige Mischung aus Stummfilm-Ästhetik, Comic, Karikatur und Surrealismus füllt dort die Häuser. Jetzt ist die Produktion auch im Düsseldorfer Opernhaus zu erleben.

Karikaturen können sehr böse sein, aber Kosky und Andrade wenden die Mittel der grotesken Überzeichnung mit viel Liebe an. Einen vor Güte triefenden Hohepriester wie Sarastro können die Regisseure nicht ganz ernst nehmen und machen aus ihm eine skurrile Figur mit langem Zylinderhut. Dessen mächtige Gegenspielerin, die Königin der Nacht, erscheint in alptraumhafter Garstigkeit als riesengroße Spinne mit acht lanzenartigen Beinen.

Das Bühnen-Team arbeitet mit technisch ausgefeilten Projektionen, die fantastische Illusionseffekte ermöglichen. Beispielsweise wird die Schlange, die den Prinzen Tamino verschlingen will, als gigantischer rotorangefarbener Flugdinosaurier an die Leinwand geworfen - wie im Zeichentrickfilm. All dies geschieht nicht beliebig, sondern immer passend zur Musik.

Es mangelt etwas an akustischer Ausdruckskraft

Freilich lenkt das ganze Geflacker und Geflimmer etwas von der Musik ab. Andererseits ist die gesangliche und orchestrale Umsetzung auch nicht ganz so schillernd wie die szenische. Womöglich hätte eine traditionelle Inszenierung das musikalische Mittelmaß ungeschminkter zum Vorschein kommen lassen. Spiel- und gesangstechnisch zeigten die Ausführenden zwar keine großen Schwierigkeiten, doch mangelte es etwas an akustischer Ausdruckskraft. Den stimmlich erfreulichsten Eindruck hinterließen Anke Krabbe als Pamina, Jussi Myllys als Tamino und Cornelia Götz als Königin der Nacht. Besonders enttäuschend verlief hingegen die Ouvertüre zum Ersten Akt: Unter der Leitung von Marc Piollet fehlte es den Düsseldorfer Symphonikern an orchestralem Esprit und gestalterischer Spannkraft.

Die Produktion bleibt bis zum 5. Juni 2015 auf dem Spielplan. Nächste Vorstellungen: 20. und 25. September, 19.30 Uhr, 21. Sept. 15 Uhr, und 28. Sept. 18.30 Uhr.

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