Markus Ambach fordert eine Kunstkommission, die mit Stadtplanern und Kulturdezernat Konzepte für den Hofgarten und den Kö-Bogen entwickelt.
Markus Ambach fordert eine Kunstkommission, die mit Stadtplanern und Kulturdezernat Konzepte für den Hofgarten und den Kö-Bogen entwickelt.

Markus Ambach fordert eine Kunstkommission, die mit Stadtplanern und Kulturdezernat Konzepte für den Hofgarten und den Kö-Bogen entwickelt.

Lepke

Markus Ambach fordert eine Kunstkommission, die mit Stadtplanern und Kulturdezernat Konzepte für den Hofgarten und den Kö-Bogen entwickelt.

Markus Ambach (49) ist ein gefragter Ideenschmied für den öffentlichen Raum. An seinem Projekt „Die Schönheit der großen Straßen“ zur Kulturhauptstadt 2010 beteiligten sich Millionen Menschen. Er arbeitet stets eng mit Künstlern und Stadtplanern zusammen. In Düsseldorf hat er drei Jahre lang mit Andrea Knobloch Projekte für Schulen angeregt und durchgeführt, darunter „Fünf Landschaften des Weltkulturerbes“ am Cecilien-Gymnasium, wo der Schulhof nun eine beispielhafte Parklandschaft hat. Nun aber fordert er Politiker und Künstler auf, den Stadtumbau in Düsseldorf nicht zu verschlafen. Ein Gespräch.

Herr Ambach, Sie erarbeiten gerade einen Landschaftspark in der Schweiz und werden 2014 ein Projekt im Ruhrgebiet fortsetzen. Gibt es für Sie nichts in Ihrer Wahlheimat Düsseldorf zu tun?

Ambach: Hier macht man vieles unter sich aus und holt nicht die Fachkompetenz von außen. Die Kultur hat keine Stimme mehr. Warum sagt der Kulturdezernent nichts zum Tausendfüßler? Warum spricht er nicht zur Eröffnung des hochkarätigen Tanzkongresses?

Wo brennt es?

Ambach: In der City. Einen Innenstadtumbau dieser Größe wird es in Düsseldorf so schnell nicht mehr geben. Der Hofgarten wird gerade aufgelöst. Die Verkehrsführung bleibt dadurch, dass die Straßenbahn weiterhin den Hofgarten zerschneidet, ungelöst. Plötzlich wird es dort so aussehen wie auf der Luegallee, wo rote Barrieren die Fußgänger und die Fahrradfahrer stoppen, wenn sie die Straße überqueren wollen. Die Beteiligung der Künstler wäre eine Chance für die Stadt.

Markus Ambach, Jahrgang 1963, stammt aus Darmstadt, studierte visuelle Kommunikation an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach und das Fach Integration Kunst und Architektur an der Düsseldorfer Kunstakademie. Er ist Meisterschüler von Christian Megert.

2002-2004 entstand „Wildlife“ in Neuss, ein Garten als Künstlertreff. 2004-2007 finanzierte ihm die Stadt einen Projektraum. Sein Konzept für „B1/A 40“ brachte ihm internationalen Ruhm. In Mönchengladbach entwickelte er einen Künstlergarten.

Was schlagen Sie vor?

Ambach: Ein Gespräch mit dem Bau- und Planungsdezernenten Gregor Bonin. Und wenn sich der Beigeordnete Hans-Georg Lohe zugesellt, fände ich das super. Wir müssen uns unterhalten, wie sich Kunst in diesem monströsen Bauprojekt Kö-Bogen 1 und 2 und beim Umbau des Hofgartens beteiligen kann. Es darf nicht sein, dass die ganze Stadt umgepflügt wird und keiner sagt was. Wie sieht es mit Kunst im öffentlichen Raum und im Hofgarten aus? Da kann nicht Tita Giese eben mal sagen, ich mache hier was. Es muss ein Konzept her.

Kultur hat es in Düsseldorf schwer, der Dezernent wird offenbar zum Schweigen verdonnert. Was könnte der Ausweg sein?

Ambach: Ich fände es gut, wenn Kunst eine politische Wirkung auf die Stadtentwicklung bekommt. Ich hätte gern einen interdisziplinären Dialog mit Künstlern, Stadtplanern, Architekten, Wissenschaftlern und den Anliegern vor Ort. Ich habe für Ruhr 2010 sehr eng mit der Planungsbehörde gearbeitet.

Die Landeshauptstadt nennt sich gern Kulturmetropole, aber München ist die Kapitale auch bei der Kunst im öffentlichen Raum. Was hat Düsseldorf versäumt?

Ambach: Unter Kulturdezernent Hans-Heinrich Große-Brockhoff haben wir eine Kunstkommission, also eine Künstlerbeteiligung, gefordert. Das Papier liegt als fertiges Konzept in der Schublade des Kulturamtes. Es muss ein spezielles Fachgremium da sein, um in die Entscheidungsprozesse für den öffentlichen Raum und für Kunst am Bau einzugreifen. Das kann der Kunstbeirat nicht leisten. Künstler sind ja eigentlich Experten auf diesem Gebiet.

Wie arbeitet diese Kommission?

Ambach: Sie wird in München schon dann tätig, wenn eine architektonische Entwurfsplanung vorliegt. Seit 2005 zahlt München 1,5 Prozent bei allen Neubauten für Kitas, Schulen, Verwaltungsgebäuden, Kulturbauten, Straßen, U-Bahnhöfen etc. in den Topf für Kunst am Bau. Aber auch Land und Bund haben eine Ein-Prozent-Regelung von Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum. In Düsseldorf passiert fast gar nichts.

Könnte man die Kunstakademie mit ins Boot nehmen?

Ambach: Der einzige Hoffnungsschimmer ist die Akademie. Rita McBride als Rektorin ist das Beste, was der Stadt passieren kann. Endlich wird die Akademie wieder zu einem progressiven Ort für junge Leute.

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