Adam Fischer bestreitet sein erstes Saisonkonzert mit Haydns Symphonie Nr. 88 sowie mit Mahlers Siebter.

Ein Dirigent muss die ganze Bandbreite der Stile kennen und beherrschen, sagt Chefdirigent Adam Fischer.
Ein Dirigent muss die ganze Bandbreite der Stile kennen und beherrschen, sagt Chefdirigent Adam Fischer.

Ein Dirigent muss die ganze Bandbreite der Stile kennen und beherrschen, sagt Chefdirigent Adam Fischer.

Tonhalle/Susanne Diesner

Ein Dirigent muss die ganze Bandbreite der Stile kennen und beherrschen, sagt Chefdirigent Adam Fischer.

Düsseldorf. Die Düsseldorfer Symphoniker stehen vor einem ehrgeizigen Langzeit-Projekt: Unter der Leitung des neuen Prinzipal-Dirigenten Adam Fischer führt das Orchester in den kommenden Jahren sämtliche Symphonien Gustav Mahlers auf. Am Freitag, 20. November, findet das Antritts-Konzert im Mendelssohn-Saal der Tonhalle statt. Eine Kennenlern-Probe hatten Fischer und die Symphoniker bereits im Sommer. Im Gespräch mit der WZ lobte der ungarische Stardirigent das Orchester, insbesondere seine Flexibilität bei der Umsetzung gestalterischer Ideen. Das liege womöglich an der langjährigen Erfahrung der Symphoniker in der Oper.

„Man muss Haydn spielen wie Mahler, und Mahler wie Haydn.“

Adam Fischer, Dirigent der Düsseldorfer Symphoniker

Fischer wendet sich derweil entschieden dagegen, sich auf nur einen Musikstil zu konzentrieren: „In letzter Zeit haben sich Spezialisten herausgebildet, und das ist schlecht für die Musik“, sagt Fischer. Ein Dirigent müsse die ganze Bandbreite der Stile kennen und beherrschen. Das würde die unterschiedlichen Stile wechselseitig befruchten.

Wichtig dabei sei es dabei vor allem grundsätzliche musikalische Gebote einzuhalten: Auch so unterschiedliche Komponisten wie Haydn und Mahler müssten nach den gleichen Regeln musiziert werden. So wie in Haydn-Symphonien, die als formal adrett, aber harmlos gelten, viel Drama drin stecke, so müsse die opulent besetzte Symphonik Mahlers sehr klar und durchsichtig gestaltet werden. „Man muss Haydn spielen wie Mahler, und Mahler wie Haydn“, pointiert Fischer seine Ansicht.

Joseph Haydn soll auch der zweite Komponist sein, dem sich Fischer in Düsseldorf intensiv widmen will. Insbesondere für die Symphonien des Niederösterreichers hat Fischer einen exzellenten Ruf. Seine ungemein feinsinnige Gesamtaufnahme aller 104 Haydn-Symphonien mit dem Österreich-Ungarischen Haydn-Orchester hatte um das Jahr 2000 herum neue Maßstäbe gesetzt und ist bis heute die Referenz-Einspielung geblieben. Da ist jeder Takt wie ein geschliffenes Juwel.

„Ich will mit dem Orchester die Wiener Klassik erarbeiten“, sagt Fischer und erweitert damit seine Planung. Es soll also auch Musik von Mozart erklingen. Er wolle das von Solisten abhängig machen. Sollte ein guter Geiger oder Pianist zur Stelle sein, könne schon mal ein Klavier- oder Violinkonzert von Mozart auf dem Programm stehen. Konkret geplant sei das aber noch nicht.

Adam Fischer wurde 1949 in Budapest geboren. Er studierte zunächst in seiner Heimatstadt, später in Wien bei dem großen Dirigenten und Lehrmeister Hans Swarowsky. Fischer gilt international als Experte für die Musik von Haydn, Mozart, Wagner, Mahler und Bartók.

20. und 23. November, um 20 Uhr, 22. November, 11 Uhr Symphonie Nr. 7 von Gustav Mahler und Symphonie Nr. 88 von Joseph Haydn

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