Düsseldorf-Premiere für preisgekrönte Arbeit von Katharina Blanken.

Düsseldorf-Premiere für preisgekrönte Arbeit von Katharina Blanken.
Einen kunstvollen Blick in beleuchtete Übungsräume der Robert-Schumann-Hochschule bietet Katharina Blanken in ihrem Kurzfilm.

Einen kunstvollen Blick in beleuchtete Übungsräume der Robert-Schumann-Hochschule bietet Katharina Blanken in ihrem Kurzfilm.

Blanken

Einen kunstvollen Blick in beleuchtete Übungsräume der Robert-Schumann-Hochschule bietet Katharina Blanken in ihrem Kurzfilm.

Düsseldorf. Der Blick ist der eines Voyeurs. Es ist reizvoll, aus der Dunkelheit heraus in die beleuchteten Räume der Robert Schumann Hochschule zu schauen. Katharina Blanken hat aus dieser Perspektive einen beeindruckenden Kurzfilm gedreht, der bereits auf internationalen Festivals lief und in Sydney ausgezeichnet wurde. Am Donnerstagabend hatte er Düsseldorf-Premiere beim Neujahrs-Empfang der Hochschule – im Publikum 200 Gäste aus Kultur, Politik und Wirtschaft und Sylvia Löhrmann, stellvertretende NRW-Ministerpräsidentin.

Nervös sei sie, gibt die 34-jährige Studentin zu. „Zum ersten Mal sehen Leute den Film, die mich kennen – und das Team.“ 34 Personen waren an der Studienarbeit beteiligt, für die Blanken ein Jahr Arbeit investiert hat. Acht Minuten und 40 Sekunden dauert das Werk mit dem Titel „Kammermusik“. Zu sehen und zu hören ist ein Klangporträt des Düsseldorfer Hochschul-Gebäudes. Von der gegenüberliegenden Seite hat Blanken ihren statischen Kamerablick geworfen. Zu hören ist zunächst eine Kakophonie verschiedener Instrumente, Lichter werden angeknipst, Musiker werden sichtbar. Sie stimmen Instrumente, je nach Einsatz geht das Licht bei ihnen an oder aus.

Zwei Musik-Stücke wurden für den Film komponiert. Blanken sieht sie in der Tradition der Minimal Music á la Steve Reich. Der Aufwand für die Aufnahmen war enorm, teilweise wurde ein Echtzeit Bild und Ton festgehalten, teilweise am Computer nachbearbeitet. „Wir haben alle Übungsräume mikrofoniert und hatten einen Übertragungswagen“, erklärt die gelernte Krankenschwester, die am Institut für Musik und Medien studiert. Den Dirigenten habe sie gefilmt und auf die gegenüberliegende Hauswand projiziert, damit ein Zusammenspiel der Musiker, die ja alle aus dem Fenster schauen, überhaupt möglich wurde.

Gehofft habe sie schon, dass der Film für Aufmerksamkeit sorge. „Es war schwer einzuschätzen. Er präsentiert weder elektronische noch klassische Musik, ist kein Animationsfilm und doch auch wieder all das.“ Im Februar läuft er in Kanada auf einem weiteren Festival, erst danach darf Blanken ihn veröffentlichen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer