Besucher erleben die Vielfalt der Kunstproduktion – vom etablierten Maler bis zum experimentierfreudigen Studenten.

Besucher erleben die Vielfalt der Kunstproduktion – vom etablierten Maler bis zum experimentierfreudigen Studenten
Sandro Antal in seinem kleinen Skulpturengarten.

Sandro Antal in seinem kleinen Skulpturengarten.

Jürgen M. Wogirz

Sandro Antal in seinem kleinen Skulpturengarten.

Düsseldorf. Manchmal muss man es von anderen hören. Die Kunstpunkte gibt es seit mehr als 20 Jahren. In knapp zwei Wochen ist es wieder soweit. Die schönen Termine sind zu einer kulturellen Selbstverständlichkeit herangewachsen, dass man darüber vergisst, sie angemessen wertzuschätzen. Für den israelischen Künstler Roy Mordechay und den Briten Mark Andrew Webber ist das undenkbar. Beide staunen über Niveau und Dichte der Kunst und ihrer Vertreter in Düsseldorf.

„Darauf könnt ihr stolz sein, sagt Mordechay, der in Tel Aviv und in Düsseldorf lebt, während Webber nur kurz in der Stadt ist, die Museen jedoch bereits alle besucht hat. „Die künstlerische Lebendigkeit dieser Stadt ist außergewöhnlich“, meint er. Nicht im Traum käme ihm in den Sinn, dass es als „uncool“ gelten könnte, an den Kunstpunkten teilzunehmen. Kommt aber vor und hat auch Manuel Franke eine Weile davon abgehalten, sich zu beteiligen.

Franke hat den regenwaldgrünen U-Bahnhof Graf–Adolf-Straße geschaffen. Aktuell arbeitet er an einem neuen Werk aus Glas, das er am 16. und 17. September in seinem Atelier an der Lierenfelder Straße 39 präsentiert. Franke hat in Paris und an der Akademie in Düsseldorf studiert. Von diesem Kaliber hat die Stadt einige Künstler zu bieten. Sie bleiben am liebsten unter sich und mischen sich nur ungern unter malende Autodidakten, die bei den Kunstpunkten jedoch vereinzelt mit dabei sind, sorgfältig ausgewählt von Kulturamtsmitarbeitern.

Ausgesuchte Vielfalt, darum geht es bei den 248 Kunstpunkten die an zwei Wochenenden im September ihre Ateliers öffnen. Darunter sind die von der Stadt bezuschussten Atelierhäuser sowie Off-Räume, in denen jenseits der vorhandenen Strukturen Kunst produziert wird. Off-Räume können leerstehende Ladenlokale, Privatwohnungen und Hallen sein. Bei ihren Betreibern handelt es sich fast immer um junge Künstler oder Kunststudenten mit Visionen. „Die Wohnung“ in der Brunnenstraße 55 ist ein solcher Off-Raum, auch das „Lab Studio“ am Belsenplatz 2a, das mit den neuen Medien spielt.

Einer, der schon ewig mitmacht, ist Bildhauer Sandro Antal. Er lebt und arbeitet in dem Atelierhaus an der Oberhausener Straße 15, wo er einen kleinen Skulpturengarten angelegt hat, weil er es unerträglich fand, täglich auf eine Brache zu schauen. Er räumte den Schrott weg, begrünte das Gelände und setzte seine Skulpturen darauf. Die kann man am zweiten Wochenende der Kunstpunkte anschauen.

16./17. September: der Süden, von Oberbilk bis Unterbach; 23./.24. September: der Norden, von Angermund bis Lörick. An der Rheinterrasse startet ein Kunstpunkteshuttle, samstags 14 und 17 Uhr, sonntags 12 und 18 Uhr. Jede Tour dauert drei Stunden. Tickets: 15 Euro, bei Hollmann Buch & Presse, Schadowarkaden.

kunstpunkte.de

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