Kunstberater Helge Achenbach am Montag im Gerichtssaal des Landgerichtes Essen.
Kunstberater Helge Achenbach am Montag im Gerichtssaal des Landgerichtes Essen.

Kunstberater Helge Achenbach am Montag im Gerichtssaal des Landgerichtes Essen.

Will sich heute vor Gericht äußern: Helge Achenbach.

Roland Weihrauch, Bild 1 von 2

Kunstberater Helge Achenbach am Montag im Gerichtssaal des Landgerichtes Essen.

Essen/Düsseldorf (dpa). Der wegen Betrugs angeklagte Kunstberater Helge Achenbach hat vor dem Essener Landgericht weitere unrechtmäßige Kunstverkäufe zugegeben. Als Geschäftsführer der Beratungsfirma Berenberg Art Advice habe er auch bei Geschäften mit dem Pharma-Unternehmer Christian Boehringer unberechtige Aufschläge in Rechnung gestellt, sagte Achenbach am Montag in seinem Prozess. Er hatte bereits gestanden, bei Geschäften mit dem Aldi-Erben Berthold Albrecht verdeckte Aufschläge kassiert zu haben. Laut Anklage liegt der Schaden bei über 23 Millionen Euro. «Ich stehe zu meiner Verantwortung», sagte Achenbach. Der ebenfalls angeklagte Mitgeschäftsführer Stefan H. beteuerte dagegen seine Unschuld.

Achenbach und dem mitangeklagten Stefan H. wird vorgeworfen, den Pharma-Unternehmer Christian Boehringer sowie ein Ehepaar bei Kunstverkäufen über die Art Advice um insgesamt 1,8 Millionen Euro betrogen zu haben. Die beiden Angeklagten waren Geschäftsführer dieser inzwischen aufgelösten Kunstberatungsfirma. Auch Stefan H. will sich nach Angaben des Gerichts erstmals zu den Vorwürfen äußern. Boehringer wurde nach Aussagen eines Anwalts der Berenberg Bank Anfang Januar 2014 mit gut einer Million Euro entschädigt. Das Kunstgeschäft mit dem Ehepaar wurde von der Berenberg Art Advice laut Anklage wieder rückgängig gemacht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem seit Juni 2014 in Untersuchungshaft sitzenden Achenbach vor, nicht nur Kunden der Berenberg Art Advice, sondern vor allem den 2012 gestorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht betrogen zu haben.

Allein Albrecht soll bei 22 Kunst- und Oldtimerverkäufen von Achenbach um rund 23 Millionen Euro geschädigt worden sein. Achenbach hatte am ersten Prozesstag ein Teilgeständnis abgelegt. Er hatte eingeräumt, teilweise «unberechtigte Aufschläge» bei den Kunstverkäufen an seinen Duzfreund Albrecht vorgenommen und Preise auf Rechnungen eigenhändig nach oben manipuliert zu haben.

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