Düsseldorf hat die Chance verschlafen, für sich bei Ruhr 2010 zu werben. Werner Lippert startete einen Rettungsversuch.

wza_1500x819_610806.jpeg
Werner Lippert fordert, die Mobilität der Kunst-Touristen zu nutzen.

Werner Lippert fordert, die Mobilität der Kunst-Touristen zu nutzen.

Werner Lippert fordert, die Mobilität der Kunst-Touristen zu nutzen.

Düsseldorf. Düsseldorf, einst Schreibtisch des Ruhrgebiets, will vom Ruhrgebiet kaum noch etwas wissen. Wenn jetzt der Startschuss zu Ruhr 2010, Kulturhauptstadt Europas, fällt, bleiben 53 Städte mit 5,3 Millionen Einwohnern unter sich. Vernetzungen gibt es nicht.

Der Pressesprecher der DMT (Düsseldorf Marketing & Tourismus), Pierre de la Motte, antwortet auf die Frage, wie man Besucher aus der Kulturhauptstadt in die Landeshauptstadt locken könnte: "Ganz konkret haben wir noch nichts vor." Für den Chef des NRW-Forums, Werner Lippert, ein Unding.

"Alle sind sie der Meinung, es müsse etwas passieren, aber es passiert nichts", stöhnt Lippert im WZ-Gespräch. "Kunst-Touristen sind doch mobil, fahren zur Biennale in Venedig, zur Kunstmesse in Basel und anschließend zur Documenta. Diese Dynamik im Kunstbereich muss man doch nutzen."

Er sprach mit Mitgliedern aus der Kulturabteilung der Staatskanzlei. Die schaltete die Bonner Kulturtourismus-Agentur Projekt 2508 ein. Dort produziert man derzeit eine Metallbox und bestückt wie mit Gutscheinen für eine "Grand Tour".

Die Tour soll die Besucherströme nach Essen oder Duisburg, aber auch nach Köln, Bonn und Düsseldorf lenken. Mirjam Flender von der Agentur spricht von vier "Themen-Touren". Sie führen zu "Lichtkunst", "Bauen und Wohnen", "Kunsträumen" und "Grand Tour-Highlights".

Die Büchse ist für je zwei Personen gedacht und gilt für eine oder zwei Übernachtungen im Vier-Sterne-Hotel, mit zwei oder vier Tickets sowie einer "Themenbroschüre" zur Ruhr 2010 sowie den Kulturangeboten an der Rheinschiene in Düsseldorf, Köln und Bonn. Ein Schnäppchen bietet die Box allerdings nicht, es gibt sie zu 149 (eine) und 298 Euro (zwei Nächte).

Immerhin: Lipperts NRW-Forum bietet als einziges Museum Düsseldorfs in den kommenden Monaten ein Event. Es eröffnet am 6. Februar die Ausstellung von Robert Mapplethorpe, dessen "radikale Bilder" parallel zur Modemesse cpd zu sehen sind.

Ansonsten befindet sich Düsseldorfs Kultur im Winterschlaf. K20 und K21 sind geschlossen, das museum kunst ist im Sammlungsflügel eine Baustelle. Richtig los geht es erst zur Quadriennale, die aber erst ab September stattfindet.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer