Den Auftakt zu der Klavierreihe „Mein Schumann“ machte Khatia Buniatishvili.

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Die Georgierin Khatia Buntiashvili hat großes Talent.

Die Georgierin Khatia Buntiashvili hat großes Talent.

Julia Wesely

Die Georgierin Khatia Buntiashvili hat großes Talent.

Düsseldorf. Enormes Talent besitzt die georgische Pianistin Khatia Buniatishvili. Allein das Tempo, in dem sie den rasant-perkussiven Finalsatz von Serge Prokofjews 7. Sonate spielt und in ein Inferno verwandelt, zeugt von einem ungeheuren manuellen Potential.

Die 23-Jährige eröffnete am Dienstagabend im Robert-Schumann-Saal die Klavierreihe "Mein Schumann". Sie setzte die dreisätzige Fantasie C-Dur op.17 des diesjährigen Jubilars aufs Programm. Die recht umfangreiche Klavier-Komposition des jungen Schumann setzt großes Virtuosentum voraus, das die junge Pianistin besitzt.

Und doch steht ihr gerade die Fähigkeit des Schnellspielens manchmal im Wege. So beginnt sie den 2. Satz, dem Schumann die Satzbezeichnung "Mäßig" voransetzt, extrem zügig und nimmt ihm den trutzigen Marschcharakter. Dass ihr trotzdem die vorgeschriebene Tempo-Steigerung gelingt, ist beeindruckend. Das macht ihr so schnell niemand nach.

Buniatishvili spielt bemerkenswert schnell, jedoch unsauber

Jedoch erzeugen die raschen Tempi oft mehr Hektik als Spannung. An lyrischen Stellen sucht Buniatishvili wiederum in übertriebener Langsamkeit nach dem musikalischen Geheimnis. Das suggeriert zwar zunächst eine besondere Innigkeit, lässt aber den Klangstrom stocken.

In einen wahren Geschwindigkeitsrausch spielt sich die junge Georgierin im "Mephisto-Walzer" von Franz Liszt, ein teuflisches Virtuosenstück für gewiefte Tastenakrobaten. Leider kommen jedoch der diabolische Charakter und die hämische Heiterkeit dabei abhanden. Solche Unsauberkeiten wären ihr in etwas ruhigerem Fahrwasser womöglich nicht unterlaufen.

Nächstes Konzert: 26. Oktober, Herbert Schuch, Schumann-Saal im Ehrenhof, 20Uhr. wall

 

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