Adam Fischer dirigierte beim Konzert für Menschenrechte die 9. Symphonie von Ludwig van Beethoven.

Für sein Menschenrechtskonzert hatte der erste Dirigent der Düsseldorfer Symphoniker Adam Fischer (Mitte) die neunte Symphonie von Beethoven ausgewählt. Fotos (2): Susanne Diesner
Für sein Menschenrechtskonzert hatte der erste Dirigent der Düsseldorfer Symphoniker Adam Fischer (Mitte) die neunte Symphonie von Beethoven ausgewählt. Fotos (2): Susanne Diesner

Für sein Menschenrechtskonzert hatte der erste Dirigent der Düsseldorfer Symphoniker Adam Fischer (Mitte) die neunte Symphonie von Beethoven ausgewählt. Fotos (2): Susanne Diesner

Oberbürgermeister Thomas Geisel dankte gestern in seiner Begrüßungsrede dem Dirigenten Adam Fischer für sein Engagement. Geisel kritisierte, dass die internationale Diplomatie beim Thema Geflüchtete auf der Stelle trete.

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Für sein Menschenrechtskonzert hatte der erste Dirigent der Düsseldorfer Symphoniker Adam Fischer (Mitte) die neunte Symphonie von Beethoven ausgewählt. Fotos (2): Susanne Diesner

Düsseldorf. Musik kann etwas bewegen. Das gilt vor allem für bestimmte Werke Ludwig van Beethovens. Eins davon stand nun, wie die WZ berichtete, im Mittelpunkt des Menschenrechtskonzerts mit dem Dirigenten Adam Fischer und den Düsseldorfer Symphonikern in der Tonhalle. Mit Beethovens Neunter Symphonie wurde diesmal die Übergabe des mit 10 000 Euro dotierten Menschenrechtspreises an die Gemeinde der griechischen Insel Lesbos gekrönt.

In seiner Rede betonte Oberbürgermeister Thomas Geisel, wie glücklich er sowohl über die Existenz des Menschenrechtspreises als auch über die Auswahl der Begünstigten sei. Das setze ein Zeichen für Zivilisation, Solidarität und Menschenliebe. Europäische Bürger könnten nicht mehr tun, als den Leidtragenden von Krieg und Terror zu helfen. Es sei ein Skandal, dass die internationale Diplomatie bei der Bekämpfung von Fluchtursachen auf der Stelle trete.

Bevor Adam Fischer zum Taktstock griff, hielt er eine Laudatio auf die Preisträger. Mit dem Camp „Kara Tepe“ habe man große Menschlichkeit unter Beweis gestellt. Der ungarische Musiker, der einst aus seiner Heimat floh, nahm seine Lobrede auch zum Anlass Kritik an seinem Herkunftsland zu äußern: „Ungarn übernimmt eine Vorreiterrolle bei der Intoleranz in Europa.“

Stellvertretend für die Lesbos-Gemeinde nahm Stavros Myrogiannis, Direktor des Camps „Kara Tepe“, den Preis entgegen. „Wir sind davon überzeugt, dass wir nichts anderes getan haben als unsere Pflicht gegenüber unseren Mitmenschen“, sagt Myrogiannis. „Die Preisverleihung ist bedeutungsvoll für uns alle auf Lesbos, da sie beweist, dass wir nicht alleine sind.“

Musik feiert humanistischen Triumph über das Übel in der Welt

Das mächtige Schlusswort hatte Beethoven: Seine letzte Symphonie zieht in einem musikalischen Kraftakt empor aus düsteren d-Moll-Tiefen in strahlende Höhen des D-Dur. In dem Roman „Doktor Faustus“ von Thomas Mann sagt die Hauptfigur Adrian Leverkühn über ein Beethoven-Stück: Es sei mehr als Bekundung höchster Tatkraft, vielmehr „die Tatkraft an sich“. Dies ließe sich auch über die „Neunte“ sagen. Und vor allem über die Darbietung der Düsseldorfer Symphoniker und des Städtischen Musikvereins unter der energischen Leitung Fischers. Man wählte eine Kammerorchester-Besetzung mit recht wenigen Streichern. Das führte zu einem schlanken, klassizistischen Klangbild, in dem Bläser und Pauken umso schärfer heraus stachen. In den dynamisch bewegten Sätzen setzten die Musiker sehr kraftvolle Akzente – sowohl an Stellen, die Unheil ausdrücken als auch in den Momenten, in denen die Mitmenschlichkeit als humanistischer Triumph über das Übel in der Welt gefeiert wird. Auch vokal war die Aufführung beeindruckend: Der Chor des Musikvereins sang mit starkem Impetus, und die vier Gesangssolisten bewältigten ihre kurzen, aber umso heikleren Partien mit Bravour.

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