Ungewöhnliches musikalisches Ereignis: Die Düsseldorfer Symphoniker treffen in der Tonhalle auf DJ Rafik.

DJ Rafik legt Platten auf, während die Düsys spielen.
DJ Rafik legt Platten auf, während die Düsys spielen.

DJ Rafik legt Platten auf, während die Düsys spielen.

Susanne Diesner

DJ Rafik legt Platten auf, während die Düsys spielen.

Düsseldorf. Unter dem diesmaligen Motto "Sweet Dreams", "Süße Träume", stand eine neue Folge der Konzertreihe "3-2-1-Ignition" für Jugendliche in der Tonhalle, bei der Welten aufeinanderstießen.

Genauer gesagt: Das Winter-Konzert aus Vivaldis "Vier Jahreszeiten" erklang gleichzeitig im traditionellen Stil und unter Mitwirkung eines Discjockeys.

DJ Rafik nennt sich der junge Mann, der mehrfacher Weltmeister seines Metiers ist und in verwandtschaftlicher Beziehung zu den Düsseldorfer Symphonikern steht. Der international bekannte Scratcher heißt mit bürgerlichem Namen Lukas Langeheine und ist der Sohn des hiesigen Konzertmeisters Jens Langeheine.

Zum ersten Mal traten Vater und Sohn gemeinsam auf, der eine als der klassische Violinsolist, der andere als Vertreter einer neuen, heutigen Klangwelt.

Gewissermaßen kommen zwei Jahrhunderte in Kontakt: das frühe 18. und das frühe 21. Dem Vernehmen nach soll der konzertante Dialog zwischen Orchester und Scratch-Pult technisch höchst kompliziert sein. Doch trotz solcher Hürden gelingt die Übung famos.

Das nächste Konzert der Reihe "3-2-1-Ignition" findet am 22. Juni in der Tonhalle statt.

Die Karten kosten für Schüler und Studenten fünf Euro, Erwachsene zahlen 17 Euro. Tel. 0211/8 99 61 23.

Gastdirigent Patrick Lange bewältigt souverän die heikle Aufgabe, das Orchesters und die beiden ungleichen Langeheines zeitlich zusammenzuhalten. Zwar begeistert das rein akustische Ergebnis nicht unbedingt, doch besitzt der gepflegte Dialog zwischen gediegenem Barock-Klang und grellbuntem Pop-Sound seinen eigenen Witz.

Die von DJ Rafik virtuos aus dem Plattenpult gezauberten Vivaldi-Repliken wirken, als würde ein Rapper plötzlich Goldoni oder Shakespeare rezitieren.

Zu Mendelssohn patrouillieren Gummibärchen im Film

Neben Vivaldis "Winter" erklingt noch der Finalsatz aus der Symphonie "Winterträume" Peter Tschaikowskys, illustriert von Zeichentrickbildern, die den verschneiten Volksgarten mit seinen laternenartigen Standuhren zeigen.

Bei dieser bunten Montage (Visuals: Zighy, Regie: Ellen Fellmann), die auf eine Leinwand über dem Orchester projiziert werden, steht plötzlich die Altstadtkirche St. Lambertus im Düsseldorfer Süden - aber im Traum verschwimmen ja oft die Realitäten.

Einen witzigen Trickfilm zu Mendelssohns "Sommernachtstraum" steuert der Jugendclub des museum kunst palast bei. Da laufen leere Schuhe um die Wette, und Gummibärchen patrouillieren durch ein Märchenparadies mit Würfelzucker-Burg und gefräßigen Krokodilen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer