Der Comedian brillierte mit seinem zweiten Bühnenprogramm „Ipanema“.

Rick Kavanian switcht in seinem Programm gekonnt zwischen Wiener Schmäh und Gangsta-Rappern.
Rick Kavanian switcht in seinem Programm gekonnt zwischen Wiener Schmäh und Gangsta-Rappern.

Rick Kavanian switcht in seinem Programm gekonnt zwischen Wiener Schmäh und Gangsta-Rappern.

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Rick Kavanian switcht in seinem Programm gekonnt zwischen Wiener Schmäh und Gangsta-Rappern.

Düsseldorf. Bekanntlich birgt das erotische Schatzkästlein des Mannes selten Ausgefallenes und wenn, dann taugt es allenfalls für einen Lacher. Da wird ein junger Mann beim Vorspiel von seiner Freundin auf Verhütungsmittelsuche geschickt.

Voller Elan tappt er auf seine Brille, findet halbblind unter der Spüle einen Gummihandschuh - worauf seine Freundin nur noch "Putt-Putt-Putt" ruft.

Es gibt viele Fallstricke im Universum des Rick Kavanian. Die erotischen sind dabei die kleinsten, viel größere verbergen sich in der Sprache. Der deutsch-armenische Comedian ist ein begnadeter Jongleur der Dialekte, Akzente und Wortverdrehungen. Das bewies er jetzt mit seinem neues Solo-Programm "Ipanema" im Komödchen.

Comedian erzählt absurde Geschichte aus einem Flugzeug

Die Ausgangssituation ist simpel. Rick steht mit seinem bayrischen Freund Giagl, der aussieht wie der Schlagzeuger von AC/DC, am Flughafen. Zusammen mit Dimitri, dessen Mutter in Ipanema heiratet, wollen sie nach Rio fliegen - doch der Pilot entpuppt sich als tranig-schwäbelnder Jürgen Klinsmann. Schließlich bedeutet KLM nichts anderes als Klinsmanns Lustige Maschine.

Flughäfen sind angeblich die Schnittstelle zur globalisierten Welt, bei Rick Kavanian werden sie zum Jahrmarkt der Absurditäten. Die Stewardess Frau Antje ist unüberhörbar bei Hape Kerkeling in die Schule gegangen, ein sächsischer Tierpfleger kommt mit Kameldame Conny vorbei, ein Wiener Schmäh-Journalist versucht den Hofopernball zu verdealen.

Jahrgang 1971, Kavanian ist gebürtiger Münchner armenischer Herkunft. Gleichzeitig mit seinem Studium der Politikwissenschaft, Amerikanistik und Psychologie begann die Arbeit mit Bully Herbig.

Er wirkte als Autor oder Darsteller bei "Bully & Rick", "Der Schuh des Manitu" und Til Schweigers "Keinohrhasen" mit. 2006 kam sein erstes Bühnenprogramm "Kosmopilot" heraus, jetzt folgte "Ipanema".

Virtuos switcht Rick Kavanian zwischen Identitäten und Sprachen hin und her. Dazwischen streut er absurde Flughafendurchsagen oder ahmt gekonnt einen spanischen Radioansager nach.

So wild der Comedian die Stories zwischen französischer Cognacindustrie, Gangsta-Rappern, Weltraum-Außendienstmitarbeitern mischt, so aberwitzig die Überleitungen sind - unwiderstehlich und mitreißend ist, wie Rick Kavanian fast jedes Motiv als Running Gag durch den Abend mitlaufen lässt, ob Gummihandschuh oder Iberia.

Am Ende kommen doch alle nach Rio. Die Drohung, der Kameldame Conny 150 Liter Ouzo einzuflößen, wirkt. Dass es dabei eigentlich um Dimitris Zwangsverheiratung mit dem "Girl von Ipanema" geht, ist allerdings schon wieder eine andere Geschichte, und die wird uns Rick Kavanian hoffentlich beim nächsten Mal erzählen.

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