Christian Ehring mischt sich ein und stellt Fragen.

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Christian Ehring (re.) steht normalerweise mit seinen Kollegen Maike Kühl und Heiko Seidel im Kom(m)ödchen auf der Bühne.

Christian Ehring (re.) steht normalerweise mit seinen Kollegen Maike Kühl und Heiko Seidel im Kom(m)ödchen auf der Bühne.

Hoffmann

Christian Ehring (re.) steht normalerweise mit seinen Kollegen Maike Kühl und Heiko Seidel im Kom(m)ödchen auf der Bühne.

Düsseldorf. Christian Ehring, Mitglied des Kom(m)ödchen-Ensembles, moderiert und kommentiert erstmals die Konzertreihe „Sonnenwind“. Die Veranstaltung unter dem Titel „Ehring geht ins Konzert“ findet am Sonntag in der Tonhalle statt.

Herr Ehring, Sie werden mit dem Satz zitiert: „Klassische Musik mag ich sehr, aber die Konzerte sind doof.“ Wie doof sind sie denn?

Christian Ehring: Das habe ich so lapidar gesagt, das sollte natürlich provozieren. Man zieht sich schick an für ein klassisches Konzert. Das Ganze hat etwas komisch Sakrales, die Konzerthäuser sind eine Art weltliche Tempel. Das war mir irgendwann einmal, als ich noch jünger war, zu steif.

Inzwischen hat sich Ihre Meinung doch wieder geändert?

Ehring: Hätte man das Gefühl, die Orchestermitglieder kommen gerade von der Pommes-Bude, wäre das auch verkehrt. Das Erhabene eines Konzerts hat schon seine Berechtigung, da ja die Musik eher filigran ist.

Das Konzert beginnt am Sonntag um 16.30 Uhr in der Tonhalle, Ehrenhof 1. Karten gibt es unter Telefon 89 96 123.

Welchen Zugang haben Sie zur Klassik?

Ehring: Etwa die Hälfte der Musik, die ich höre, ist Klassik. Dazu kommt schon seit jungen Jahren Jazz. Grundlegend ist sicher, dass ich von meinem achten bis zum achtzehnten Lebensjahr Klavierunterricht hatte. Ich habe meine komplette Pubertät auf dem Klavierhocker vergammelt.

Wollten Sie Pianist werden?

Ehring: Ich bin kurzfristig der Illusion erlegen, dass das ginge, dann hat mich die Realität eingeholt.

Aber Sie verstehen etwas von der Materie?

Ehring: Becker hat nicht jemand gesucht, der seine musikalische Viertelbildung zum Besten gibt. Den Konzertführer können die Leute auch selbst lesen.

Was sollen Sie machen?

Ehring: Die Reihe „Sommerwind“ kombiniert klassische „Hits“ und Überraschendes . . .

Beim ersten Konzert Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ und „The American Seasons“, das neue Werk des Amerikaners Philip Glass . . .

Ehring: Das Ganze ist darauf angelegt, Menschen für die klassische Musik neu zu interessieren oder alte Fans zurückzugewinnen.

Wird es auch kabarettistisch?

Ehring: Da das nun mein Metier ist, kann man mit kleinen Ausflügen ins Kabarettistische rechnen. Ich würde aber auch gerne mal Fragen stellen, die vielleicht viele immer schon einmal stellen wollten: Wie fühlt man sich denn als zweite Geige, über welche Instrumentengruppe gibt es die meisten Witze, oder wie schlimm ist es wirklich, wenn gehustet wird?

Aber Sie plaudern nicht in die Satzpausen hinein?

Ehring: In Ausnahmefällen, wenn es passt. Aber meine Ehrfurcht vor der Musik ist so groß, dass ich sie bestimmt nicht demontieren werde.

 

 

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