Cathrin Müller, Kanzlerin der Robert Schumann Hochschule, erzählt von ihren ersten Erfahrungen im Amt.

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Klavier und Fußball zählt Cathrin Müller zu ihren Hobbys.

Klavier und Fußball zählt Cathrin Müller zu ihren Hobbys.

Stefan Arend

Klavier und Fußball zählt Cathrin Müller zu ihren Hobbys.

Frau Müller, welche Aufgabe hat eigentlich die Kanzlerin einer Musikhochschule?

Müller: Der Kanzler oder die Kanzlerin ist Chef der Verwaltung. Zu den Arbeitsbereichen gehören Haushalt, Recht und Personal. Was in der Industrie der Geschäftsführer ist, ist im Hochschulwesen der Kanzler.

"Wir müssen nicht mehr jede Kleinigkeit genehmigen lassen."

Welche Auswirkung hat das neue Kunsthochschulgesetz auf die Robert Schumann Hochschule?

Müller: Wir mussten uns eine neue Grundordnung geben, was wir aber schnell umsetzen konnten. So haben wir beispielsweise entschieden, dass der Rektor nicht von außen kommen soll. Vorangegangen ist eine lange, sachliche, teilweise aber auch emotionale Diskussion. Manche hatten es als Chance angesehen, mal einen Rektor von außen an die Hochschule zu holen, andere sahen darin eher ein Risiko. Durch das Kunsthochschulgesetz hat der Rektor nun eine größere Machtfülle, zum Beispiel ein Veto-Recht im Rektorat.

Gibt es auch praktische Vorteile?

Cathrin Müller ist seit Juli 2008 Kanzlerin der Robert Schumann Hochschule. Die gebürtige Pforzheimerin studierte Rechtswissenschaften an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg und absolvierte ihr Referendariat am Oberlandesgerichtsbezirk Düsseldorf. Im Jahre 2002 promovierte sie mit "magna cum laude" und wurde Leiterin Legal Affairs bei der PR-Agentur "European Communications Consultants" in Düsseldorf. Im Frühjahr 2003 begann sie als Justitiarin beim ARAG-Konzern. Dort war sie zuletzt in zweiter Führungsebene als Leiterin Personal tätig. Sie spielt in ihrer Freizeit Klavier und hat eine Schwäche für Fußball.

Müller: Ja, wir sind als Hochschule etwas selbstständiger geworden und müssen beim Ministerium nicht mehr jede Kleinigkeit genehmigen lassen.

Wie funktioniert die Kommunikation mit dem zuständigen Innovationsministerium NRW?

Müller: Die jetzige Landesregierung tut sehr viel für die Hochschulen, und die Kommunikation mit dem Ministerium läuft gut. Herr Pinkwart wirkt auf mich sehr an der Musikhochschule interessiert. Dem Vernehmen nach soll es mit der Vorgänger-Regierung weniger gut funktioniert haben.

Ernst wird es ja vor allem beim Thema Geld. Sehen Sie noch Einsparpotenzial, oder ist das Ende der Fahnenstange mittlerweile erreicht?

Müller: Einer der ersten Sätze, mit dem ich konfrontiert wurde, war: "Wir sind chronisch unterfinanziert." Da dachte ich zuerst, dass man nicht gleich zu schwarz sehen sollte. Doch mittlerweile muss ich sagen: Es stimmt, und auch das Ministerium kennt die Situation. Wir machen aber das Beste draus. Zum Beispiel decken wir viele Unterrichtsstunden durch Lehrbeauftragte ab. Noch weiter sparen geht aber wohl nicht mehr.

Lässt sich das private Sponsoring noch weiter ausbauen?

Müller: Wir haben ja schon einige Sponsoren wie die Firmen Eon, Hempel, Schmolz & Bickenbach, die Stadtsparkasse sowie Herrn Rometsch, der den Aeolus-Wettbewerb organisiert. Und es konnten noch weitere Kontakte zu potenziellen Förderern hergestellt werden, mit denen wir hoffentlich bald gute Gespräche führen.

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