Literatur-Liebhaber aus Düsseldorf stellen seit 25 Jahren Schriftsteller vor.

Jubiläum
Das Organisationsteam des Heine-Salons (v.l.): Ingeborg Nödinger, Ida Münstermann, Hans-Peter Kwasniewski, Christa Domke, und Petra Lietzau.

Das Organisationsteam des Heine-Salons (v.l.): Ingeborg Nödinger, Ida Münstermann, Hans-Peter Kwasniewski, Christa Domke, und Petra Lietzau.

Das Organisationsteam des Heine-Salons (v.l.): Ingeborg Nödinger, Ida Münstermann, Hans-Peter Kwasniewski, Christa Domke, und Petra Lietzau.

Düsseldorf. Christa Domke und Ida Münstermann arbeiten Anfang der 90er-Jahre in der Heinrich-Heine-Buchhandlung auf der Ackerstraße zusammen und stellen beim „Heine-Salon“ Sonntagsmittags Dichter und Schriftsteller vor, die meist eher wenig bekannt sind. „Das war unsere gemeinsame Idee. Als der Laden zumachte, war uns klar, dass wir damit weitermachen wollen“, erinnert sich Christa Domke.

Beide arbeiten seit dem Aus der Buchhandlung in ganz anderen Bereichen, Ida Münstermann als Kauffrau im Import/Export, Christa Domke als Sozialarbeiterin. Doch der Heine-Salon hat überlebt, „weil unsere Leidenschaft für die Literatur nie aufgehört hat“, sagt Ida Münstermann.

In der neuen Heimat, dem Zakk, findet die Reihe seither fünf bis sechs Mal jährlich statt – seit nunmehr 25 Jahren. Jedes Mal steht ein anderer Künstler im Mittelpunkt, „oft geht es um Bücher, die quer im Regal liegen. Um wertvolle Autoren, die drohen, vergessen zu werden“, erklärt Christa Domke. Die Vortragenden – Publizisten, Literaturwissenschaftler oder an Literatur Interessierte – erarbeiten einen Vortrag, stets gibt es eine Mischung aus gesprochenem Wort, Lesung und Live-Musik.

Immer mehr Schauspieler kommen mittlerweile gezielt auf das Veranstaltungsteam zu, darunter Christiane Lemm, die zehn Jahre fest zum Ensemble des Düsseldorfer Schauspielhauses gehörte. „Sie wird kommendes Jahr ein Programm zu Virginia Woolf präsentieren. Dass sich die Künstler von sich aus melden, zeigt, dass sich das Format etabliert hat und für Qualität steht“, freut sich Zakk-Sprecherin Heike Billhardt.

Als das Finanzamt ein Honorar für Frau de Beauvoir einforderte

Rund 100 Besucher zieht es regelmäßig zu den Lesungen, „viele, die literarische Veranstaltungen machen, können davon nur träumen“, sagt Heike Billhardt. Unter den treuen Stammbesuchern sind überwiegend Rentner, „unser Publikum ist mit uns älter geworden“, sagt Christa Domke.

In 25 Jahren gab es bisher 173 Matineen und 55 Lesungen/Soireen. Dabei wurden über 140 Autoren vorgestellt.

Die Matinee zum 25. Geburtstag findet am Sonntag, 21. Juni im Zakk, Fichtenstraße 40, statt. Im Mittelpunkt steht der griechische Autor Mikis Theodorakis. Beginn 11 Uhr, Eintritt 10 Euro. Karten gibt es im Internet unter www.zakk.de/vorverkauf

„Wir haben schon oft diskutiert, wie wir auch jüngere Menschen anlocken können. Das klappt je nach Thema mal mehr, mal weniger gut.“

Besonders in Erinnerung geblieben ist den Organisatoren ein Vormittag über Simone de Beauvoir Mitte der 90er. „Wir bekamen hinterher Post vom Düsseldorfer Finanzamt mit der Bitte, das Honorar für Frau de Beauvoir zu entrichten“, erinnert sich Christa Domke. Die französische Schriftstellerin war aber gar nicht anwesend, da schon mehrere Jahre verstorben. Kulturjournalist Olaf Cless, der den Salon regelmäßig moderiert, schmunzelt: „Das zeigt immerhin, wie lebendig viele Autoren über den Tod hinaus sind.“

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