Julius Weilands Objekte sind im museum kunst palast zu sehen.

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Ein „Brownie“ aus Glasröhren, den Julius Weiland schuf.

Ein „Brownie“ aus Glasröhren, den Julius Weiland schuf.

Stephan Falk

Ein „Brownie“ aus Glasröhren, den Julius Weiland schuf.

Düsseldorf. Der Glaskünstler Julis Weiland ist Träger des Förderpreises 2007 der Jutta Cuny-Franz Foundation. Er arbeitet mit vorgefertigten Glasröhren, die er in Reih und Glied in feuerfeste Formen stapelt, so dass ein Röhrchen neben dem anderen steht. Dann schiebt er die Gläser im Gefäß in den Ofen und erhitzt alles.

Die Hitze lässt die Gläser schmelzen, so dass sie aneinander kleben, einander deformieren und an den Kanten einknicken. Im entscheidenden Moment stellt Weiland den Ofen ab und lässt die Gläser in der Bewegung erstarren. Die strengen, seriellen Objekte sind fest aneinander geschweißt und scheinen doch zu leben und zu vibrieren.

Julius Weiland hat seine Schau beim neuen Leiter des Glasmuseums Hentrich, Dedo von Kerssenbrock-Krosigk, selbst eingerichtet. Die Glasobjekte sind mehrere Kilogramm schwer, trotzdem scheinen sie in der Luft zu schwingen, zu schweben und zu balancieren.

Weiland erreicht dies, indem er die Skulpturen nicht auf Fundamente stellt, sondern die Podeste gleichsam unter der Decke verstaut und die Kunst herunterhängen lässt. Dann wird das Licht so platziert, dass es die Formen abtastet und punktuell erstrahlen lässt.

In einem Video wird eines seiner Glasobjekte als dreidimensionale Computeranimation präsentiert. Transparenz und Festigkeit werden hier unangreifbar.

Weiland wurde 1971 in Lübeck geboren, studierte von 1995 bis 2000 Industriedesign an der Hochschule der Künste in Hamburg u.a. bei dem in Düsseldorf lebenden Japaner Katsuhito Nishikawa und kam als Stipendiat an die Pilchuck Glas-Schule in Seattle.

2004 erhielt er den ersten Preis ("Goldpreis") der internationalen Glas-Ausstellung in Kanazawa, Japan. Er lebt in Berlin. museum kunst palast, Ehrenhof 4-5, bis 10.5., di-so 11-18 Uhr. Der Katalog kostet 6 Euro.

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