Neue Doku über Schumann wurde in der Tonhalle gezeigt.

Philip Hagmann spielt Robert Schumann im Film.
Philip Hagmann spielt Robert Schumann im Film.

Philip Hagmann spielt Robert Schumann im Film.

Tonhalle

Philip Hagmann spielt Robert Schumann im Film.

Düsseldorf. Dissonante Klavierklänge und ein Schumann-Darsteller, der sich die Hände ans schmerzverzerrte Gesicht hält - so beginnt die neue Fernsehdokumentation über den Komponisten Robert Schumann anlässlich seines 200. Geburtstages. Die Preview des knapp einstündigen TV-Beitrags mit dem Titel "Schumanns verlorene Träume" zeigte das Produktionsteam nun in der Tonhalle, die ja in diesem Jahr noch häufig im Zentrum des großen Schumann-Jubiläums stehen wird.

Volker Schmidt-Sondermann, der schon sehr gelungene Dokumentationen über Paganini und Puccini vorgelegt hat, stellt Schumanns Syphilis-Erkrankung und die damit verbundene Paralyse des Komponisten in den Vordergrund. Leider findet er in diesem Fall nicht so ganz zum Wesentlichen.

Das Phänomen Robert Schumann bleibt weitgehend im Dunkeln. Sicherlich war es sinnvoll, ja sogar überfällig, die erst vor wenigen Jahren vollständig veröffentlichten Krankenakten in den Film einzubeziehen, doch wird die Krankengeschichte so dominant, dass das Wesen von Schumanns Künstlertum nicht mehr klar zum Ausdruck kommt.

Durch zu stark geraffte Szenen entsteht unfreiwillige Komik

Spielfilm-Sequenzen, ein biografischer Sprecher sowie Interviews mit Musikwissenschaftlern und berühmten Musikern wie dem Dirigenten Kurt Masur und der Pianistin Hélène Grimaud wechseln sich ab - ein heute bewährtes Prinzip, sachliche Informationen mit anschaulichen Filmszenen symbiotisch zu verschmelzen.

Allerdings sind die Cuts so kurz und so häufig überlagert, dass sie sich geradezu gegenseitig im Wege stehen. Selbst tragische Momente bekommen durch die an einen Filmtrailer erinnernden gerafften Szenen manchmal comicartige Züge, was dann unfreiwillig komisch wirkt. Hauptdarsteller Philip Hagmann gibt unterdessen eine recht vitale Figur ab, die man mit dem kranken und tief melancholischen Schumann nicht immer in Einklang bringen kann.

Die Filmdokumentation von Volker Schmidt-Sondermann zeigt die wichtigsten Stationen im Leben des Komponisten Robert Schumann - von der Jugend in Zwickau über die Zeit in Leipzig und Düsseldorf bis hin zum qualvollen Tod in ständiger Angst in der Nervenheilanstalt Endenich bei Bonn.

Der Film wird im Mai von der ARD sowie im Juni von verschiedenen Dritten Programmen ausgestrahlt. Die konkreten Termine stehen noch nicht fest.

Zu den stärksten Momenten des Films gehört der Schluss: Clara Schumann besucht ihren vom Todeskampf gezeichneten Mann in der Nervenheilanstalt Endenich. Der Patient, der seit Wochen jegliche Nahrungsaufnahme verweigerte, nimmt nun von ihrer Hand mit den Lippen etwas Gelee und ein paar Tropfen Wein auf. Diese Intensität erreicht der Film allerdings nur selten.

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