Oper und Tonhalle boten zum Jahreswechsel ein populäres Musikprogramm.

Elisabeth Selle und Jussi Myllys sangen und tanzten in der Tonhalle (Foto li.). Morenike Fadayomi und Axel Kober wurden in der Oper gefeiert.  F: Diesner/Michaelis
Elisabeth Selle und Jussi Myllys sangen und tanzten in der Tonhalle (Foto li.). Morenike Fadayomi und Axel Kober wurden in der Oper gefeiert. F: Diesner/Michaelis

Elisabeth Selle und Jussi Myllys sangen und tanzten in der Tonhalle (Foto li.). Morenike Fadayomi und Axel Kober wurden in der Oper gefeiert. F: Diesner/Michaelis

Elisabeth Selle und Jussi Myllys sangen und tanzten in der Tonhalle (Foto li.). Morenike Fadayomi und Axel Kober wurden in der Oper gefeiert. F: Diesner/Michaelis

Susanne Diesner, Bild 1 von 2

Elisabeth Selle und Jussi Myllys sangen und tanzten in der Tonhalle (Foto li.). Morenike Fadayomi und Axel Kober wurden in der Oper gefeiert. F: Diesner/Michaelis

Düsseldorf. Sie sind ein großes Orchester mit breitem Repertoire, die Düsseldorfer Symphoniker. Ob Oper, Operette, Walzer oder Konzertstück – ein musikalisches Festmenü schüttelt man fast aus dem Ärmel.

Das ist so ähnlich wie bei einem Grand-Hotel mit Großküche, wo die Chefs im Nu ein Gala-Diner zusammenstellen können. Das ist dann nicht unbedingt auf Sterne-Niveau, aber für einen festlichen Anlass hinreichend delikat.

Die Symphoniker bestritten im Opernhaus das Silvesterkonzert unter Leitung von Generalmusikdirektor Axel Kober, in der Tonhalle schwang am Neujahrsvormittag Gastdirigent Joji Hattori den Taktstock. Und am Neujahrsabend gab es in der Oper noch das Schläpfer-Ballett mit Brahms’ „Deutschem Requiem“. Kurz: Zum Jahreswechsel herrschte Hochbetrieb.

Das Silvesterprogramm in der Oper bestand aus italienischem Belcanto mit Höhepunkten aus Verdis „Rigoletto“ und Puccinis „La Bohème“ sowie den Champagner-Operetten: Lehárs „Lustiger Witwe“ und Johann Strauß’ „Fledermaus“. Das sind Rosinen aus dem Rheinopern-Repertoire, die man dem Publikum zur Feier des Tages herauspickte.

Es passte perfekt zum Anlass, strotzte allerdings auch nicht vor Originalität. Durch den Abend führte eine Hauskraft: Marketing-Leiterin Heide Koch. Sie moderierte versiert, wenn auch mit dem immer etwas unfestlich wirkenden Hang zur Bewerbung des Spielplans und Belobigung der Ausübenden.

Opernsänger überzeugten vor ausverkauftem Haus

Der Dirigent wurde in Japan geboren und wuchs in Wien auf. Er studierte zunächst Violine an der dortigen Musikhochschule und gewann beispielsweise den Internationalen Yehudi-Menuhin-Wettbewerb in England. Später wechselte er ins Dirigier-Fach und gewann 2002 den „Maazel-Vilar-Wettbewerb“ in New York.

Unter den Sängern befanden sich zwei junge rumänische Sopranistinnen, die erst seit kurzem zum Ensemble gehören: Brigitta Kele und Elena Surdu. Beide erweisen sich als große Nachwuchshoffnungen.

Diese machten indes schon dank eindrucksvoller Leistungen Reklame für sich: Kober dirigierte schwungvoll und präzise. Besonders schmissig gelang dabei die flotte Fledermaus-Ouvertüre. Und Sänger wie die Sopranistinnen Morenike Fadayomi, Anke Krabbe, Brigitta Kele und Iulia Elena Surdu sowie der Tenor Andrej Dunaev erwiesen sich als bestens disponiert. Und bei einer Zugabe wie dem Trinklied aus Verdis „La Traviata“ steigt in einem ausverkauften Haus die Stimmung ganz von alleine.

Melodienselig ging es tags darauf in der Tonhalle weiter, zunächst mit Giuseppe Verdi: der Ouvertüre zu „Nabucco“ und dem Amboss-Chor aus „Il Trovatore“. Der Städtische Musikverein stand hier stimmkräftig und sangesfreudig zur Verfügung.

Zwei Gesangssolisten, Sopranistin Elisabeth Selle und Tenor Jussi Myllys, setzten berühmten Duetten aus Stücken des so genannten „Silbernen Operettenzeitalter“ wie Kálmáns „Csárdásfürstin“ vokale Glanzlichter auf. Selle zeigte noch ihr komödiantisches Talent in einem halb gesungenen, halb gesprochenen Schwipslied aus Strauß’ „Nacht in Venedig“.

Japanischer Dirigent griff selbst zur Geige

Heiter wurde das Neujahrskonzert vor allem durch das moderatorische Talent des japanischen Dirigenten und Wahl-Wieners Joji Hattori, der die verworrenen Operettenhandlungen amüsant zusammenfasste. Zweimal griff der studierte Violinist selbst zur Geige, um etwa schmelzend die Meditation aus Jules Massenets „Thais“ zum Klingen zu bringen. Mehrere populäre Zugaben wurden geboten: darunter „An der schönen blauen Donau“ und „Radetzky-Marsch“ – und man hatte fast den Eindruck, man verbringe Neujahr in Wien.

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