Die Senkrechtstarter Iris Kadel und Moritz Willborn aus Karlsruhe eröffnen eine Dependance an der Birkenstraße.

Moritz Willborn und Iris Kadel vor einem Bild von Natalie Czech. In einer Woche eröffnen sie ihre Galerie.
Moritz Willborn und Iris Kadel vor einem Bild von Natalie Czech. In einer Woche eröffnen sie ihre Galerie.

Moritz Willborn und Iris Kadel vor einem Bild von Natalie Czech. In einer Woche eröffnen sie ihre Galerie.

David Young

Moritz Willborn und Iris Kadel vor einem Bild von Natalie Czech. In einer Woche eröffnen sie ihre Galerie.

Die Galerie Kadel Willborn aus Karlsruhe eröffnet ihren Zweitsitz in Düsseldorf. Das ist eine kleine Sensation, denn Iris Kadel (36) und Moritz Willborn (33) machten seinerzeit Furore, als sie 2004 noch ohne eigene Räume auf der Jungen Kunstmesse in Basel auftauchten und wenig später die wichtigsten Messen der Welt von Miami über Paris, Basel, Köln und Turin eroberten. Sie tun dies nicht etwa mit dekorativer Ware, sondern mit einer Kunst, die zugleich konzeptuell, also theorielastig, und visuell eindrucksvoll ist.

Noch als Studenten organisierten die Galeristen einen Off-Raum

Beide haben an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe studiert. Kadel hörte Kunstwissenschaft bei Boris Roys und Philosophie bei Peter Sloterdijk, dem Lehrer auch von Düsseldorfs jüngstem Galeristen Max Mayer. Willborn ließ sich beim Design-Heroen Volker Albes und bei Werner Aisslinger ausbilden und liebäugelte zeitweilig mit einer Designgalerie. Noch während des Studiums lernten sie sich kennen. Heute sind sie Partner und Lebensgefährten.

Als Studentin begann Iris Kadel als Assistentin der hochkarätigen Galerie Meyer Riegger in Karlsruhe, 2003 bis 2004 durfte sie dort einen kleinen Raum von dreimal drei Meter Größe selbst bespielen und nannte ihn selbstbewusst „Ausstellungsraum Iris Kadel“. Seit 2006 organisieren sie gemeinsam ihre Ausstellungen.

Lob für die ideale Verbindung von privater und öffentlicher Kunst

Nun soll Düsseldorf ihr wichtiges Standbein sein. Sie kennen die Stadt, weil hier wichtige Sammler wie Stoschek, Schnetkamp („Kai 10“), Bronner und Langen Foundation sitzen. Sie loben die „einzigartige Verbindung zwischen privater und institutioneller Kunst“ in der Stadt. Und sie schätzen das Umfeld, mit der Art Cologne als bester deutscher Messe. Weitere Pluspunkte für die Landeshauptstadt sind die Kunstakademie und die enge Nachbarschaft zu Holland.

Aber auch die Freunde in der Stadt, Daniela Steinfeld und Linn Lühn, seien ausschlaggebend gewesen. Und so hätten sie in Flingern jeden leeren Laden abgeklappert, bis sie an der Birkenstraße 3 fündig wurden. Sie sagt inmitten kahler Wände: „Für uns kam nur Flingern infrage, wo so viele gute Galerien sitzen. Flingern hat eine eigene Dynamik, die wir lieben. Es hat wunderbare Cafés und es liegt ganz nah am Hauptbahnhof. So wollen wir auch am 18. Januar eröffnen, wenn alle Kollegen in Flingern zur Vernissage bitten.“

Die Galerie an der Birkenstraße 3 hat 160 Quadratmeter. Sie entstand aus zwei Geschäftslokalen, die jahrelang leer standen.

Gezeigt werden Künstler aus der Generation der Galeristen, die heute um die 40 Jahre alt sind. Sie stammen aus Karlsruhe, Frankfurt, Berlin und aus dem Ausland.

Am Freitag, 18. Januar, eröffnen Kadel & Willborn mit Werken von Shannon Bool. Dani Gal zeigt eine Sound-Performance nach dem „Letzten Band“ von Beckett.

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