Tugsal Mogul ist Anästhesist und Schauspieler. Jetzt präsentiert er sein erstes Werk als Regisseur im FFT.

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„Halbstarke Halbgötter“ erzählt tragisch-komisch vom Klinikalltag. Während der Aufführung wird die Herzfrequenz der Darsteller gemessen.

„Halbstarke Halbgötter“ erzählt tragisch-komisch vom Klinikalltag. Während der Aufführung wird die Herzfrequenz der Darsteller gemessen.

Hehn/Salzbrunn

„Halbstarke Halbgötter“ erzählt tragisch-komisch vom Klinikalltag. Während der Aufführung wird die Herzfrequenz der Darsteller gemessen.

Düsseldorf. Während viele junge Menschen für ihren Traum durch die halbe Republik reisen, startete die Karriere von Tugsal Mogul mit nur einem einzigen Vorsprechen. Die Schauspielschule in Hannover ließ ihn sogleich zum Studium zu und gewährte obendrein eine Sonderregelung. Mogul nämlich befand sich damals bereits im Medizinstudium und wollte dieses nicht aufgeben.

Vor so viel Leistungsbereitschaft hatte die Schauspielschulleitung Respekt und ließ dem Studenten beim Erledigen seiner Arbeiten mehr Zeit als seinen Kommilitonen. Nach neun Jahren schloss Tugsal Mogul seine Studien ab und ist heute in beiden Berufen tätig. An einer Klinik in Münster arbeitet der 41-Jährige halbtags als Anästhesist, zugleich spielt er in Fernsehrollen und auf Theaterbühnen.

„Den finde ich gar nicht mal so schlecht.“

Tugsal Mogul, Arzt und Schauspieler, über die Fernsehserie „Dr. House“

Seit drei Jahren ist er zudem als Regisseur tätig, sein erstes Werk „Halbstarke Halbgötter“ wurde sofort ein Erfolg. „Wir haben es bisher 28 Mal gespielt, und es war immer ausverkauft.“ Am 4. und 5. Februar gastiert Tugsal Mogul mit dem Stück im FFT.

Die Inszenierung „Halbstarke Halbgötter“ präsentiert Geschichten aus dem Alltag deutscher Krankenhäuser: schöne und rohe, heitere und melancholische, manchmal auch traurige. Solche, die Mogul selbst erlebt hat und solche, die ihm erzählt wurden.

„Zum Abschied und Geburtstag wünsche ich mir immer eine Geschichte“, sagt er und sammelt und sammelt. Aus diesem Bestand ist die aktuelle Theaterfassung entstanden, über die auch schon das Ärzteblatt schrieb. Die Kollegen, so scheint es, sind sehr interessiert. Mogul: „80 Prozent unserer Zuschauer sind vom Fach.“

Aufführungen: 4. und 5. Februar, Beginn ist jeweils um 20 Uhr, FFT Juta, Jahnstraße 3.

 

Karten: Die Preise liegen zwischen vier und 18 Euro. Reservierungen unter Telefon 87 67 87-18.

Ihnen dürften die Figuren – zwei Chirurgen, darunter ein Oberarzt, eine Krankenschwester, ein Anästhesist – vertraut vorkommen. Es sind Identifikationsfiguren“, wie Mogul meint, die er möglichst nah an sein Publikum heranrückt. Und so werden während des Auftritts die Herzströme der Darsteller gemessen und ihre EKGs live übertragen.

„Halbstarke Halbgötter“ soll die komplexe Realität der Klinikmitarbeiter auf tragisch-komische Weise transportieren. Der Mediziner Mogul nutzt die kreative Energie des Künstlers, um die Erlebnisse des Menschen zu verarbeiten. Eine Art „Emergency Room“ mit Tiefgang.

80 Prozent der Zuschauer sind Ärzte und Krankenschwestern

Der Regisseur schmunzelt. „Na ja, wir machen schon etwas anderes als die Doktor-Serien im Fernsehen.“ Nur privat schaut er sich einzelne Folgen schon mal an, etwa von „Dr. House“. „Den finde ich gar nicht so schlecht.“ Am Ende überzeugten jedoch nur die wahren Begebenheiten, die oft viel besser seien als jede Fiktion.

Tugsal Moguls Lieblingsgeschichte aus seiner Berliner Krankenhauszeit geht so: Ein Mann bringt seine schwangere Frau ins Krankenhaus. Ein Kaiserschnitt ist notwendig, der Mann wird aufgefordert, OP-Kleidung anzulegen und zurückzukehren. Der werdende Vater jedoch spricht nur wenig Deutsch und steht plötzlich splitternackt vor den Operateuren. Er hatte „ausziehen“ statt „umziehen“ verstanden.

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