Vera Lutter nimmt zurzeit mit einer Camera Obscura Bilder vom Museum Kunstpalast auf. Zu sehen sind die Arbeiten ab Oktober.

Fotografie
Die in New York lebende Künstlerin Vera Lutter spiegelt die Museumsarchitektur auf Fotopapier.

Die in New York lebende Künstlerin Vera Lutter spiegelt die Museumsarchitektur auf Fotopapier.

Sergej Lepke

Die in New York lebende Künstlerin Vera Lutter spiegelt die Museumsarchitektur auf Fotopapier.

Düsseldorf. Vera Lutter zieht mit zwei schlichten Koffern durch die Welt. Auf der einen Seite gibt es ein kleines Loch, durch das Licht direkt auf empfindliches Fotopapier im Inneren fällt. Am Düsseldorfer Ehrenhof wartet Lutter etwa 30 Minuten lang, dann verschwindet sie in die für sie im Museum Kunstpalast eingerichtete Dunkelkammer. Nach einem Chemiebad ist das 30 mal 70 Zentimeter große Unikat fertig. Sie manipuliert ihre Arbeiten nicht am Computer, sie wählt nicht einen bestimmten Ausschnitt aus. „Mich fasziniert die Unmittelbarkeit, die Entstehung. Das Interpretieren lasse ich“, erklärt die 1960 in Kaiserslautern geborene Künstlerin.

Lutter fotografiert die Serie für die Sammlung des Museums

In New York ist sie mit großformatigen Arbeiten im Metropolitan Museum vertreten, in Düsseldorf hat sie im Auftrag der Kunststiftung NRW in den vergangenen vier Tagen in 15 Aufnahmen die Architektur und die Stimmung am Ehrenhof aufgenommen. Finster und erschreckend wirke das Museum Kunstpalast von Außen. „Eindrücklich ist diese Präsenz der Prä-Nazi-Architektur.“ Düster und symmetrisch – so erscheinen auch die ersten Bilder ihrer Serie, die ab 16. Oktober am Ehrenhof zu sehen sein und als Geschenk der Kunststiftung zur Sammlung gehören werden. Zusätzlich wird es vom 10. Oktober an für 20 Tage große Plakatwände in der Stadt geben, auf denen die von der Kunststiftung beauftragten Porträts gezeigt werden. Lutters Arbeiten sind dabei nur ein Teil einer Serie über die Kunsthäuser in NRW. Das Projekt zum 25-jährigen Jubiläum trägt den Namen „25 Jahre / 25 Künstler / 25 Museen“.

Bevor sie wieder nach New York fliegt, will Lutter am Samstag noch einmal den Hofgarten mit ins Bild nehmen. „Ich möchte mit den umgestürzten Bäumen die Wetterkatastrophe dokumentieren“, sagt sie. Damit könne sie ihre Arbeiten zeitlich verankern, denn die Architektur verändere sich nicht über die Jahre. Dieser Eindruck nach dem Sturm sei aber wirklich etwas Neues. Auch das Nilpferd auf der Wiese vor dem Haus hat es in ihre wundersamen, schwarzen Koffer geschafft, und es wird so wohl auch den Weg in das Museum finden.

Die Camera Obscura ist eine Urform der fotografischen Kamera. Fällt Licht durch eine Sammellinse oder ein kleines Loch in einen ansonsten lichtdichten Hohlkörper, so wird in ihm ein spiegelverkehrtes und auf dem Kopf stehendes Bild, eine Projektion des Außenraumes erzeugt.

Die in New York lebende Künstlerin Vera Lutter hat eine Reihe von Aufnahmen am Ehrenhof für das Museum Kunstpalast erstellt. Zu sehen sind sie ab 16. Oktober in der Reihe „Spot on“.

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