16 angehende Englisch-Lehrer diskutierten am Schauspielhaus die aktuelle Sommernachtstraum-Inszenierung.

Angeregt diskutierten die Englisch-Referendare die Shakespeare-Inszenierung am Schauspielhaus.
Angeregt diskutierten die Englisch-Referendare die Shakespeare-Inszenierung am Schauspielhaus.

Angeregt diskutierten die Englisch-Referendare die Shakespeare-Inszenierung am Schauspielhaus.

Sergej Lepke

Angeregt diskutierten die Englisch-Referendare die Shakespeare-Inszenierung am Schauspielhaus.

Düsseldorf. Shakespeares Sommernachtstraum zählt derzeit zu den Rennern im Schauspielhaus. Die freche, turbulente Inszenierung des Katalanen Alex Rigola, der den Klassiker in die 60er Jahre, in die Silver-Factory von Andy Warhol, verlegte, begeistert auch junges Publikum, polarisiert aber auch. Das spürte man bei einem Gespräch von 16 künftigen Englisch-Lehrern, die derzeit ihr Referendariat im Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung absolvieren.

Zwei Fachseminar-Gruppen diskutierten mit Theaterpädagogin Katrin Lorenz und zwei Hauptdarstellern: Edgar Eckert, der auf der Bühne die Titania spielt, die sich in einen Esel verliebt, und Urs Peter Halter (im Stück Handwerker John, alias Zettel, der in eben diesen Esel verwandelt wird). Die Jung-Lehrerinnen und ihre männlichen Kollegen hatten mit ihren Fachleiterinnen Anja Lutze und Silvia Savelsberg bereits im Oktober den Sommernachtstraum gesehen.

Die meisten erinnern sich noch heute an Details, waren überrascht über die drastische Darstellung von Sex- und Drogen-Partys, die der damals schon bekennende Schwule Warhol in seinem Atelier organisierte. „Meine Schüler waren fasziniert von den modernen Partyszenen und der heutigen Sprache. Sie waren vom Hocker gerissen und sprechen heute noch davon“, berichtet eine Referendarin, die mit ihrem Oberstufenkurs eine Vorstellung besuchte.

Andere meinten: Muss die Bettszene zwischen Titania und dem Esel so krass ausfallen? Und fragten, ob und wie man bei so viel sexuell aufgeladenen Bildern die Schüler darauf vorbereiten müsse. Da kommt Katrin Lorenz zum Zug. Die Pädagogin bereitet auf Anfrage Schüler auf den Theaterbesuch vor, spielt mit ihnen Szenen, erklärt ihnen Faustregeln des Schauspiels und das Konzept des Regisseurs.

Letzteres stand bereits vor Probenbeginn fest, wie auch das Bühnenbild, berichten die Mimen. Auch sie hätten manche Schwierigkeiten gehabt, zumal Regisseur Rigola kein Deutsch spricht und den Darstellern einiges abverlangte. Auf die Frage: Warum keine klassische Inszenierung? antwortet Urs Peter Halter: „Es gibt keine klassische Interpretation von Shakespeare.“ Er sei in seiner Zeit der größte Klauer gewesen. Und: „Shakespeare war brutal und eine triebhafte Sau.“ Das Andy-Warhol-Konzept hält Halter (selber auch Regisseur) für gemäßigt: „Man hätte viel weiter gehen können.“

Auch für Edgar Ecker gibt es auf der Bühne keine krassen Exkurse, die Geschichte werde linear erzählt und vermittelt den Sprach-Genuss. Die beiden stehen auf Anfrage nach der Vorstellung für Diskussionen zur Verfügung. Halter schlägt jedoch vor, dass sie getrennt mit Schülern und Lehrern sprechen, da Jugendliche dann eher über ihre Gefühle sprechen würden.

Reservierungsanfragen per Mail an: Katrin.Lorenz@duesseldorfer-schau spielhaus.de

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