Eckart Schulze-Neuhoff liebt Tracy Chapmans „Baby can I hold you“ und Bachs „Goldbergvariationen“.

Eckart Schulze-Neuhoff liebt Tracy Chapmans „Baby can I hold you“ und Bachs „Goldbergvariationen“.
Eckart Schulze-Neuhoff sorgt für das Programm im Robert-Schumann-Saal und wechselt auch privat gerne zwischen Jazz, Pop und Klassik. Archiv

Eckart Schulze-Neuhoff sorgt für das Programm im Robert-Schumann-Saal und wechselt auch privat gerne zwischen Jazz, Pop und Klassik. Archiv

Diesner

Eckart Schulze-Neuhoff sorgt für das Programm im Robert-Schumann-Saal und wechselt auch privat gerne zwischen Jazz, Pop und Klassik. Archiv

Düsseldorf. Es gibt Lieder, die avancieren zu ganz persönlichen Sommer-Hits. Für Eckart Schulze-Neuhoff, Leiter des Robert-Schumann-Saals, gehört „Baby Can I Hold You“ unbedingt dazu. „Dieser gefühlvolle Song erinnert mich an einen großartigen Sommer im Jahre 1992“, sagt der Musikfreund, der dem Veranstaltungsprogramm des im Museum Kunstpalast beheimateten Kammermusiksaals in den vergangenen Jahren ein sehr eigenständiges Profil verliehen hat.

So bunt wie der Musikkalender, so grenzüberschreitend zeigt sich auch die Liste der Lieblingslieder für die warme Jahreszeit. Ein „Best of Diana Krall ist ebenso dabei wie die Goldbergvariationen von Johann Sebastian Bach. „Wunderbare Stimme, tolle Musik, Entspannung pur!“, schwärmt Schulze-Neuhoff von der kanadischen Jazzsängerin.

Und Bachs großem Variationswerk für Klavier fühlt sich der Konzertveranstalter ganz besonders verbunden: „Die hohe Kunst des Variierens gepaart mit einer unglaublichen Virtuosität fasziniert mich schon seit langer Zeit“, sagt Schulze-Neuhoff. Häufig höre er die legendäre Einspielung des kanadischen Pianisten Glenn Gould (1932-1982). „Eine neue Sicht auf dieses grandiose Werk ermöglichten mir meine ersten Live-Erlebnisse mit den Pianisten Sebastian Knauer im Jahr 2015 und Igor Levit vor einigen Monaten im Robert-Schumann-Saal.“

„Fernab jeglicher Kategorisierungen gibt es nur gute und weniger gute Musik.“

Eckart Schulze-Neuhoff

Die Konzerte im eigenen Saal hätten diesmal besonders starken Einfluss auf die sommerliche Playlist genommen. Pianist Knauer und der Geiger und Moderator Daniel Hope hätten das von John Williams komponierte Thema aus dem Film „Schindlers Liste“ gespielt. „Im Februar dieses Jahres überraschten mich Knauer und Hope mit diesem hinreißenden Stück bei einem Konzert im Schumann-Saal und widmeten es mir coram publico“, erzählt Schulze-Neuhoff. „Das war ein sehr berührender Moment, den ich so schnell nicht vergessen werde.“ Seither sei dieses Stück aus seiner persönlichen Setliste nicht mehr wegzudenken.

Oft würden musikalische Live-Erlebnisse Einfluss nehmen auf die Favoriten-Sammlung. So soll es auch mit dem Oktett F-Dur von Franz Schubert geschehen sein: „Ein grandioses Werk, das spätestens seit der Aufführung an Weihnachten 2014 mit dem Schumann Quartett einen ganz festen Platz in meinem Herzen hat. Wenn ich dieses Stück auf der Loggia meines Lieblingshotels mit Blick auf die Südtiroler Bergwelt höre, bleibt kein Auge trocken.“

Einen qualitativen Unterschied zwischen Klassik und Pop könne er nicht erkennen, sagt Schulze-Neuhoff. Die Band Simply Red stehe ganz oben bei ihm auf der Liste, vor allem der Song „The Right Thing“. Das sei nur einer von vielen Songs dieser legendären Band um den großartigen Sänger Mick Hucknall, den er immer wieder gerne höre. „Für mich ist das Pop vom Feinsten und zeigt, dass es fernab jeglicher Kategorisierungen eigentlich nur gute und weniger gute Musik gibt.“

© WhatsBroadcast

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