Alison Balsom spricht über den ersten Kontakt mit der Trompete und über ihre Lieblingskollegen.

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Berühmte Trompeterin aus England: Alison Balsom.

Berühmte Trompeterin aus England: Alison Balsom.

EMI

Berühmte Trompeterin aus England: Alison Balsom.

Düsseldorf. Sie ist das blonde Gift unter den Klassik-Stars, die englische Trompeten-Virtuosin Alison Balsom. Glamourös wird sie von ihrem Plattenlabel fotografisch in Szene gesetzt. Doch hinter dem Geglitzer aus Zelluloid verbirgt sich eine ernsthafte Musikerin. Davon zeugen nicht nur ihre CDs.

Am Samstag, 20 Uhr, kann man sich in der Tonhalle einen Live-Eindruck von der 30-jährigen Musikerin verschaffen. Mit der von Sir Neville Marriner geleiteten Academy of St. Martin in the Fields spielt sie das berühmte Trompetenkonzert von Joseph Haydn, das auch auf ihrem neusten Album vertreten ist.

Frau Balsom, wann hatten Sie die erste bewusste Begegnung mit der Trompete?

Alison Balsom: Als ich acht Jahre alt war, gab es in unserer Grundschule die Möglichkeit, ein Orchester-Instrument auszuwählen. Da dachte ich: So eine Trompete klingt nicht nur toll, sie sieht auch wunderschön aus. Da gab es für mich keinen Zweifel mehr - ich wollte in jedem Fall im Orchester die Trompete sein. Sie ist ein so vielseitiges Instrument und bietet eine große Farbpalette.

Dachten Sie dann auch schon gleich ans Studieren?

Balsom: Im Alter von zehn bekam ich die Gelegenheit, einmal den großen schwedischen Trompeter Hakan Hardenberger, der später mein Lehrer wurde, live zu erleben. Er spielte das berühmte Trompetenkonzert von Johann Nepomuk Hummel. Seitdem wusste ich, dass ich Solistin an meinem Instrument werden will.

"Wenn ich mich ernsthaft für einen Lieblingskomponisten entscheiden müsste, würde ich Bach wählen."

Das sind Sie dann ja auch geworden. Wer ist denn Ihr Lieblingskomponist?

Balsom: Oh, da gibt es so viele. Das macht die Entscheidung sehr schwer. Aber ich vermute, wenn ich mich nun ernsthaft für einen entscheiden müsste, würde ich Johann Sebastian Bach wählen.

Gibt es viele zeitgenössische Komponisten, die speziell für Sie Stücke schreiben?

Die neue CD Nach ihrer brillanten Debüt-CD mit teils virtuosen Transkriptionen legt Alison Balsom nun eine sehr klassische CD mit den Standardwerken für Trompete und Orchester von Joseph Haydn und Johann Nepomuk Hummel vor. Zum Programm der CD gehört auch das barocke D-Dur-Konzert von Giuseppe Torelli. Die englische Trompeterin spielt mit glänzender Technik und Sinn für Farbnuancen. Schlank und dynamisch begleitet sie die Kammerphilharmonie Bremen. wall

Alison Balsom: "Haydn, Hummel Trompetenkonzerte". EMI

Balsom: Ich habe vor zwei Jahren das Trompetenkonzert des englischen Komponisten Joby Talbot uraufgeführt, ein fantastisches und unvergleichliches Experiment. Ich bin aber auch ein riesiger Fan von Thomas Adès und James MacMillan. Ich hoffe, dass es irgendwann mal eine Gelegenheit gibt, mit diesen großartigen Komponisten zusammenzuarbeiten.

Darf man fragen, welche Musikerkollegen Sie besonders schätzen?

Balsom: Ja, ich habe viele Idole. Dazu gehören der Jazz- und Klassik-Trompeter Wynton Marsalis, der Pianist Krystian Zimerman, der Geiger Maxim Vengerov, der Altus Andreas Scholl und die Sopranistin Diana Damrau - um nur einige wenige zu nennen.

Was tun Sie denn gerne, wenn Ihnen Ihr Instrument ein wenig Freizeit lässt?

Balsom: Wenn ich in England bin, versuche ich, so viel Zeit wie möglich mit meiner Familie und Freunden zu verbringen. Darüber hinaus liebe ich es zu segeln, zu surfen und Ski zu fahren. Ich tue es, sobald sich eine Gelegenheit dazu bietet.

Karten für das Konzert am Samstag unter Tel. 0211/329191 oder im Internet.

 

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