Mit Klarinettistin Kam brillierte auch Dirigent Buribayev.

Mal edel klassisch, dann frech und ungehorsam: Die Klarinettistin Sharon Kam ist eine international gefeierte Musikerin.
Mal edel klassisch, dann frech und ungehorsam: Die Klarinettistin Sharon Kam ist eine international gefeierte Musikerin.

Mal edel klassisch, dann frech und ungehorsam: Die Klarinettistin Sharon Kam ist eine international gefeierte Musikerin.

Mal edel klassisch, dann frech und ungehorsam: Die Klarinettistin Sharon Kam ist eine international gefeierte Musikerin.

Düsseldorf. Mit charmantem Lächeln und geschmeidigen Bewegungen betritt die israelische Klarinettistin Sharon Kam das Podium der Tonhalle. Die attraktive junge Starsolistin besitzt nicht nur eine gewinnende Art, sie musiziert auch exzellent.

Bei ihrem Paradestück, Mozarts Klarinettenkonzert, verzaubert ihr auffallend schöner, weicher Ton. Doch beim Städtischen Symphoniekonzert gibt es noch einen heimlichen zweiten Helden: den 29-jährigen Gastdirigenten Alan Buribayev. Unter seiner Leitung erbringen die Düsys ungeahnte Bestleistungen.

Als Mozart-Orchester haben sich die Symphoniker noch keinen besonderen Namen gemacht. Alan Buribayev verwandelt das Orchester in ein feines kammermusikalisches Ensemble, das Mozart transparent und mit edlem Seidenschimmer zum Klingen bringt.

Solisten und Orchester musizieren auf Augenhöhe

So wirkt Sharon Kams inniges Klarinettenspiel orchestral würdig ummantelt, und es entstehen musikalische Dialoge auf gleicher Augenhöhe.

Ein freches Jazzstück für Klarinette und Orchester setzt nach Mozart einen markanten Kontrapunkt. Es stammt von Artie Shaw (1910-2004), dem einstigen Gegenspieler von Benny Goodman.

Geboren wurde Sharon Kam 1971 in Israel, wo sie ihren ersten Klarinettenunterricht erhielt. Mit 16 Jahren gab sie ihr Debüt mit dem weltbekannten Israel Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Zubin Mehta. Karriere machte sie auch auf internationalem Parkett. Ob Salzburg, Berlin oder New York - überall wird die Klarinettistin gefeiert.

Sharon Kam darf und muss hier nun ein paar "schmutzige" Töne spielen und wirkt dabei wie eine ausgebüchste höhere Tochter, fein, anmutig, aber auch keck und ungehorsam. Die Symphoniker verwandeln sich klanglich schlagartig in eine Big-Band mit wunderbar süffigem Sound.

Dirigent Alan Buribayev ist bis zu diesem Zeitpunkt bereits angenehm aufgefallen als bescheiden auftretender, nicht allzu sehr mit dem Taktstock fuchtelnder Kapellmeister. Mit Tschaikowskys Fünfter Symphonie schlägt nun seine wirklich große Stunde.

Er wählt überraschend getragene Tempi, besonders in der Einleitung, die eigentlich Andante ("gehend") und nicht etwa Adagio ("langsam") überschrieben ist. Doch das Ganze wirkt keinesfalls schleppend. Es entsteht vielmehr besondere Spannung, und man spürt, dass das Orchester vom Tun des Dirigenten vollkommen überzeugt ist.

Im weiteren Verlauf zieht Buribayev zwar das Tempo deutlich an, eilt aber nicht plötzlich davon. Er kostet jede Phrase aus und lässt Steigerungen in prächtigen Explosionen gipfeln. Das Klangbild wirkt transparent, vor allem Bass- und Mittelstimmen kommen klar heraus und werden in geradezu kantabler Schönheit hörbar.

Das Publikum zeigt seine Begeisterung mit einem Beifall, der in solcher Intensität bisher nur selten Gastdirigenten zuteil wurde. Noch einmal am Montag, 20 Uhr. Karten unter Tel. 0211/899 61 23.

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