Dorothee Achenbach arbeitet an ihrem zweiten Buch, das im März erscheinen soll. Und hat zum ersten Mal eine eigene Firma gegründet.

Dorothee Achenbach stellt individuelle Ausstellungen in exklusivem Ambiente zusammen.
Dorothee Achenbach stellt individuelle Ausstellungen in exklusivem Ambiente zusammen.

Dorothee Achenbach stellt individuelle Ausstellungen in exklusivem Ambiente zusammen.

Ingo Kabutz/pure lebenslust

Dorothee Achenbach stellt individuelle Ausstellungen in exklusivem Ambiente zusammen.

Düsseldorf. Dorothee Achenbach wirkt entspannt, aufgeräumt und hat ihr sympathisches Lachen nicht verloren. Keineswegs selbstverständlich für eine Frau, die ihr Leben komplett auf Neustart stellen musste: „Ich bin Anfang des Jahres nach Meerbusch umgezogen, habe mein zweites Buch geschrieben, meine erste eigene Firma gegründet.“ Und dann war da noch die Scheidung. Wenige Wochen nachdem Helge Achenbach als Freigänger die Justizvollzugsanstalt Moers-Kapellen verlassen durfte. „Viel mehr kann in einem Jahr nicht passieren“, stellt die Kunsthistorikerin und Journalistin völlig richtig fest.

Die Betrugsaffäre, die ihrem Ex-Ehemann eine sechsjährige Haftstrafe einbrachte, hat Dorothee Achenbach literarisch verarbeitet. Ihr Buch „Meine Wäsche kennt jetzt jeder“ verkaufte sich rund 40 000 Mal, Ein Riesenerfolg. In den vergangenen Monaten hat sie die Fortsetzung geschrieben. „Ich liebte Sträfling Nr. 1“ kommt vermutlich im März in die Buchhandlungen.

Warum ausgerechnet Sträfling Nr. 1? „So hat Helge sich immer selbst genannt.“ Sein Ego habe ihr früherer Ehemann in der Zelle nicht verloren. Wer während seines eigenen Prozesses den Zuschauern Autogramme im Gerichtssaal gibt, begibt sich kaum in die Gefahr, an mangelndem Selbstwertgefühl zu leiden. Dorothee Achenbach: „In dem Buch geht es um die Welt der Kunst, aber auch um die Liebesgeschichte. Es gibt immer wieder Rückblicke.“

Während sie an dem Buch arbeitete, legte Dorothee Achenbach gleichzeitig einen Grundstein für die Zukunft und gründete ihre Kunstberatung „Black Label Art Consultancy“, ihre erste eigene Firma. Mit dem Konzept nutzt sie ihre in vielen Jahren aufgebauten Kontakte zu Künstlern und Galerien. Die Kunsthistorikerin ist selbst eine gefragte Expertin, wenn junge Künstler ausgezeichnet werden sollen.

Kunsthistorikerin baut Brücken von Kunden zu jungen Künstlern

Dorothee Achenbach baut Brücken. Zwischen Kunstinteressierten, die selbst nicht gern in große Ausstellungen gehen, und Firmen und Hotels, die passende Arbeiten für ihre Räume suchen. „Ich bringe die Menschen zusammen. Das macht sehr viel Spaß.“ Dazu gehören die Organisation von individuellen Ausstellungen in exklusivem Ambiente ebenso wie Besuche in den Ateliers der Künstler selbst.

Dorothee und Helge Achenbach waren mehr als zwei Jahrzehnte verheiratet und haben zwei gemeinsame Kinder. Der Kunstberater und die Journalistin galten lange als Vorzeige-Paar der Düsseldorfer Kunstszene.

Helge Achenbach wurde inhaftiert, weil er unter anderem den Aldi-Erben Berthold Albrecht beim Verkauf von Kunst und Oldtimern um rund 20 Millionen Euro betrogen hatte. Dafür wurde er zu sechs Jahren Haft verurteilt, ist aber seit dem Herbst tagsüber Freigänger.

Daneben kann sie sich auch vorstellen, in Zukunft weiter als Buchautorin zu arbeiten, auch ganz abseits von autobiografischen Themen: „Ich habe viele Ideen.“ Kreativen Schub holt sich Dorothee Achenbach bei ausgedehnten Spaziergängen mit ihrem Münsterländer Daman: „Der hört immer zu, wenn ich etwas sage. Er freut sich, wenn ich nach Hause komme, und ist vor allem treu.“

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