Jazz-Posaunist begeistert mit seiner Big-Band in der Tonhalle. Manches Solo gelingt famos.

Jazz-Posaunist begeistert mit seiner Big-Band in der Tonhalle. Manches Solo gelingt famos.
Der Jazz-Posaunist Chris Barber gastierte in der Tonhalle.

Der Jazz-Posaunist Chris Barber gastierte in der Tonhalle.

dpa

Der Jazz-Posaunist Chris Barber gastierte in der Tonhalle.

Er ist eine lebende Legende, Jazz-Posaunist und Sänger Chris Barber. Der Brite, dessen 88. Geburtstag im April bevorsteht, gehört zu den populärsten Vertretern des Dixieland, jener Musikrichten aus den US-amerikanischen Südstaaten, die hemmungslos dem Frohsinn und der guten Laune frönt. In Düsseldorf hat Barber seit Jahrzehnten sein Stamm-Publikum. Nun stand er wieder auf dem Konzertpodium der Tonhalle.

Der Engländer mit dem verbindlichen Lächeln spricht recht gut Deutsch, auch wenn er etwas undeutlich ins Mikrofon nuschelt, so dass man ein paar Wörter aus dem Kontext heraus erraten muss. Neben dem obligatorischen Vorstellen seiner Bandmitglieder erzählt er auch kleine Anekdoten über die Geschichte seiner Band. Neuerdings hieße sie nicht mehr nur „Chris Barber Band“, sondern „Big Chris Barber Band“. Und zahlreich sind ja auch die Mitglieder des Ensembles, von denen einige schon sehr lange dabei sind. Ein paar junge Musiker folgten auf mittlerweile verstorbene Wegbegleiter Chris Barbers, der noch immer aktiv in der Band mitmischt.

Ganz so agil wie in jungen Jahren kann der verdienstvolle Musiker nicht mehr mitmachen. Er ist heute so eine Mischung aus Moderator, Mitspieler und Maskottchen der eigenen Band. Auf wirklich virtuose Einlagen an der Posaune verzichtet Barber, doch manches Solo gelingt ihm auch im vorgerückten Alter noch famos.

Dixieland-Musik als Fluss nimmermüder Heiterkeit

Auch seine Singstimme ist frisch geblieben und klingt deutlich jugendlicher als seine Sprechstimme. Mit dieser erzählt er Historisches, auch von schweren und traurigen Zeiten, in denen Musik ein wenig Aufheiterung vom Alltag brachte etwa durch den Musiktitel „Merry Go Round“ - der denn auch sogleich erklang.

Das Publikum macht derweil einen rundum glücklichen Eindruck. Wer Konzerte mit Dixieland-Musik besucht, liebt den Spielfluss nimmermüder Heiterkeit. Zu erleben ist sozusagen ein endloser Reigen lustiger Feixtänze. Melancholie gibt es in dieser Welt nicht, allenfalls mal einen gemütlich schlendernden Rhythmus. Doch größtenteils agieren die Musiker im aufgedrehten Munterkeits-Modus.

Die Solisten spielen alle perfekt - von den Blech- und Holzbläsern über den Schlagzeuger bis zum Banjospieler. Barber hat im Posaunen-Duo einen starken Partner mit grau meliertem Rauschebart: Bob Hunt. Er bläst etwas kräftiger ins Blech als sein Bandleader, ist aber auch ein paar Jährchen jünger. Es ist ein Abend der ausgelassenen Party-Stimmung. Fehlen nur noch ein paar Genussmittel für Gaumen und Kehle.

© WhatsBroadcast

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