Immer mehr Düsseldorfer lernen Chinesisch – und das ist harte Arbeit. Die VHS bietet rund 30 Kurse pro Jahr an.

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VHS-Dozentin Xue Pan Wang (4. v. l.) bringt ihren Sprachschülerinnen die richtige Betonung bei, denn die verändert den Sinn der Wörter.

VHS-Dozentin Xue Pan Wang (4. v. l.) bringt ihren Sprachschülerinnen die richtige Betonung bei, denn die verändert den Sinn der Wörter.

Sergej Lepke

VHS-Dozentin Xue Pan Wang (4. v. l.) bringt ihren Sprachschülerinnen die richtige Betonung bei, denn die verändert den Sinn der Wörter.

Düsseldorf. Es gibt etliche Gründe dafür, dass mehr und mehr Menschen Chinesisch lernen möchten. Wirtschaftliche Daten spielen eine Rolle, die politische Entwicklung natürlich, auch die Exotik oder – in einer Stadt wie Düsseldorf – die Präsenz Chinas in Industrie und Kultur. Ganz oft sind es jedoch persönlichere Gründe, die den Weg zu einem Sprachkurs ebnen.

So wie bei Kerstin Pannhorst (32), die sich chinesischen Büchern bereits als Kind hingab, als Jugendliche schon wusste, dass sie diese Sprache lernen möchte und ein Jahr nach Taiwan ging. Ohne Vorkenntnisse und ohne, dass ihre Gastfamilie Englisch sprach. „Ich habe mich mit Händen und Füßen verständigt. Das war anstrengend, aber lehrreich.“

BWL-Studenten lernen die Sprache aus wirtschaftlichen Gründen

Heute sitzt Pannhorst mit sechs anderen Frauen in einem Kurs der Volkshochschule. Chinesisch IX, die höchste Stufe. Es ist nur einer von etwa 30 Chinesisch-Kursen, die die VHS jährlich anbietet und die sich einer riesigen Nachfrage erfreuen. Abiturienten, Erstsemester, Berufstätige und Rentner, vorbereitend auf Beruf oder Urlaub – die Teilnehmerschaft ist bunt gemischt. „Wenn ein BWL-Student Chinesisch lernt, dann weil er weiß, dass die Musik in 40 Jahren in China spielt“, sagt Fachbereichsleiterin Katharina Berndt. Doch es gibt eben auch Gründe fernab von jedem wirtschaftlichen Interesse. Denn das ist ja – der allgegenwärtige Wirtschaftsboom des vergangenen Jahrzehnts – was Berndt meint, wenn sie von „Musik“ spricht.

Klara Lamberts (16) war für einen Schüleraustausch in der zehnten Klasse ein Jahr in China – ebenfalls fast ohne Vorkenntnisse. „Englisch konnte ich ja schon, was sollte ich da in Amerika?“, fragte sie sich und suchte nach „einer Herausforderung, einem Abenteuer“. Dabei sei sie gar nicht so der Sprachen-, eher der Typ Naturwissenschaftlerin. Dennoch: „Die Sprache will ich nicht vergessen.“ Deshalb geht’s im Sommer wieder für sieben Wochen nach China.

Chinesisch zu lernen kann auch frustrierend sein: Sandra Klegges (45) erinnert sich: „Ich habe Chinesisch gehasst.“ Denn ein Chinesisch-Studium und ein Jahr in Taiwan waren völlig unzureichend, um die Sprache zu beherrschen. „Man geht aus dem Studium und kann nicht sagen, dass man Chinesisch sprechen kann. Das ist frustrierend.“ So machte Klegges 14 Jahre Pause, zog Kinder groß und näherte sich der Sprache im vergangenen September wieder. „Seitdem macht es großen Spaß und ist ein Hobby fürs Leben.“ Denn, und das bestätigen alle Teilnehmer, beim Chinesischen hat man nie ausgelernt, dazu ist die Sprache zu komplex.

Vokabeln können je nach Tonhöhe mehrere Bedeutungen haben

Das neue Semester an der VHS startet nach den Sommerferien am 9. September. Dann werden etwa 30 Chinesisch-Sprachkurse verschiedenen Schwierigkeitsgrads angeboten. Info und Anmeldung unter Telefon 89 94150. Auch das Konfuzius-Institut an der Heine-Uni bietet Chinesisch-Kurse. Das ASG Bildungsforum hat ebenso regelmäßig verschiedene Chinesisch-Kurse im Programm.

 

duesseldorf.de/vhs

konfuzius-duesseldorf.de

asg-bildungsforum.de

Jede Vokabel muss man im Grunde vierfach lernen. Zur Aussprache kommen das Schriftzeichen, die Bedeutung und die Betonung der Vokabel. Betonung? Ein und dieselbe Vokabel kann in verschiedenen Tonhöhen mehrere Bedeutungen haben. Dozentin Xue Pan Wang: „Chinesisch ist im Gegensatz zu den europäischen Sprachen eine Silbensprache. Die Silbe, nicht Wörter aus zusammengesetzten Silben, trägt die Bedeutung.“ Schwer zu lernen sei das allerdings nicht. Nur viel Arbeit.

© WhatsBroadcast

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