Carolin Kebekus präsentierte ihr erstes Soloprogramm.

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Die 30-jährige Kebekus erreicht eine Frequenz der Schimpfworte, die für Schwiegermütter von alarmierender Dichte ist.

Die 30-jährige Kebekus erreicht eine Frequenz der Schimpfworte, die für Schwiegermütter von alarmierender Dichte ist.

Stefan Arend

Die 30-jährige Kebekus erreicht eine Frequenz der Schimpfworte, die für Schwiegermütter von alarmierender Dichte ist.

Düsseldorf. Ist Carolin Kebekus die perfekte Frau? Ist sie die Fleisch gewordene Idee eines Mannes auf der Suche nach der verwandten Seele? Es ist durchaus erstaunlich, wie hoch die Übereinstimmung der gemeinhin anzunehmenden Interessenlage eines durchschnittlichen Mannsbildes und den Gesprächsthemen der Kölner Komödiantin ist.

Bei der Vorpremiere ihres ersten Soloprogramms am Mittwochabend im ausverkauften Club des Zakk enthüllt die 30-Jährige ihre eher ungewöhnlichen Vorlieben wie Fussball, Biertrinken, obszöne Witze und Pornofilme. Und das aus dem Munde einer hübschen Frau im fliederfarbenen Minikleid, die viele sehen wollen.

Carolin Kebekus ist definitiv der bessere Stammkneipen-Kumpel

Carolin Kebekus ist frech, laut, vulgär, politisch kein bisschen korrekt und unglaublich lustig. Schon der Titel ihres Programms „Pussy-Terror“ zeigt deutlich, worauf man sich bei Frau Kebekus gefasst machen muss.

Eine zotige Prekariats-Anekdote reiht sich an die nächste, die Frequenz der Schimpf- und Slangworte erreicht eine für Schwiegermütter tödliche Dichte. Wer sich die kindliche Freude am ungefiltert Derben erhalten hat, kommt bei Geschichten von achtjährigen Nachbars-Jungs, die sich benehmen wie brünftige Wildschweine, voll auf seine Kosten.

Diesen folgen explizite Schilderungen von traumatischen Pubertätsphänomenen wie der Erst-Menstruation sowie Einblicke in die dunkleren Ecken einer kindlichen Sozialisation in fragwürdigem Umfeld, in dem die Oma ihrem Enkel auch gerne mal die eigenen Playboy-Fotos zeigt. So zaubert sie den Menschen Bilder in den Kopf, die diese vielleicht lieber wieder los wären.

Carolin Kebekus ist 1980 in Bergisch Gladbach geboren und in Köln aufgewachsen. Nach dem Abitur wollte sie Theaterwissenschaften studieren, gab das Studium aber nach ihrem Einstieg ins Comedy-Geschäft auf.

Während ihrer Pussy-Terror-Tour tritt sie nach den Vorpremieren mit dem offiziellen Programm am 2. Mai in der Kulturfabrik Krefeld, am 17. Mai im Barmer Bahnhof Wuppertal auf.

Zitate aus ihrem Testosteronschwangeren Programm wären ohne weiteres geeignet, den Jugendschutz auf den Plan zu rufen, „Mathe ist ein A. . .loch“ ist noch das Unverfänglichste. Wem das noch nicht reicht zur femininen Perfektion, für den hat Carolin Kebekus noch ihren Hass auf Frauen-Themen wie Müsli-Körner-Frühstück, Shopping und TV-Serien wie „Sex and the City“ im Ärmel.

Sie ziehe zum Frühstück ganz klar das „lecker Mettbrötschen“ vor, was lauthals johlende Zustimmung findet. Alles in allem ist dieser dunkelblonde Engel mit FSK 18 vielleicht nicht im klassischen Sinne perfekt, aber definitiv der bessere Stammkneipen-Kumpel.

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