Werner Meffert begibt sich bei seinem ersten Roman auf historische Spurensuche.

Der Düsseldorfer Autor Werner Meffert wollte eigentlich die Geschichte der Rheinprovinz erforschen.
Der Düsseldorfer Autor Werner Meffert wollte eigentlich die Geschichte der Rheinprovinz erforschen.

Der Düsseldorfer Autor Werner Meffert wollte eigentlich die Geschichte der Rheinprovinz erforschen.

Stefan Arend

Der Düsseldorfer Autor Werner Meffert wollte eigentlich die Geschichte der Rheinprovinz erforschen.

Düsseldorf. Eigentlich wollte Werner Meffert die Geschichte der Rheinprovinz erforschen. Für den ehemaligen Inhaber einer Düsseldorfer Werbeagentur war die "Provinzial Versicherung", die früher "Versicherungsanstalten für Rheinprovinz" hieß, nicht nur der letzte Kunde, sondern auch Anlass für einen historischen Roman.

"Maries Schuldschein" heißt das Werk, in dem es nicht nur um die Region zwischen Bingen und Kleve geht, sondern auch um die Lebensgeschichte der jungen Frau Marie. Zwei Jahre nach Eintritt in den Ruhestand wagt der 74-jährige Meffert nun den Schritt in die Unterhaltungsliteratur.

Geschrieben hat der Düsseldorfer schon sein ganzes Leben. Nach dem Studium der Publizistik ging er in die Werbebranche. Inzwischen hat er zahlreiche Sachbücher rund um das Thema Werbung veröffentlicht. Bekannt wurde er mit dem Firmenratgeber "Werbung, die sich auszahlt."

"Maries Schuldschein" spielt zu Zeiten Napoleons. Die Witwe Marie schließt sich einer Runde junger Freigeister an, die sich mit einem Leben unter französischer Gesetzgebung arrangiert haben. Bei dem Buchdrucker Jakob findet sie neues Liebesglück, das jedoch nicht lange ungetrübt bleibt. Denn ihr Schwager hat sie mit einem Schuldschein betrogen.

"Es ist die Geschichtsschreibung gegen den Strich gebürstet", sagt Werner Meffert. Raffinierte Verwicklungen und politische Umstürze prägen das Schicksal von Protagonistin Marie. Sie ist den Intrigen ihres habgierigen Schwagers ausgeliefert, bis sie sich zu einem riskanten Täuschungsmanöver entschließt.

"Es ist ein Schmöker, gesättigt mit rheinischem Leben", beschreibt Werner Meffert selbst seinen Roman. Die Geschichte spielt in erster Linie in Köln zu Beginn des 19. Jahrhunderts, aber auch Krefeld und seine Heimatstadt Düsseldorf werden zum Schauplatz.

Zwölf Heimatmuseen hat Meffert für seine Geschichte abgeklappert

Für seinen Roman hat Meffert eine umfangreiche Recherche hinter sich: zwölf Heimatmuseen hat er abgeklappert, insgesamt fünf Jahre lang Informationen rund um die rheinische Vergangenheit zusammengetragen. Dabei seien auch Fakten ans Licht gekommen, die bisher kaum bekannt seien. "Von Grafenberg bis Bilk." Historische Bezüge werden vor allem durch Original-Zitate preußischer Generäle sichtbar.

Werner Meffert schafft den Spagat zwischen einer anrührend zarten Liebesgeschichte und politischer Geschichtsschreibung. Die Epoche dient nicht nur als Kulisse, sondern wird in all ihren Eigenheiten dargestellt. Vielleicht wird es sogar noch einen zweiten Roman des 74-Jährigen geben. "Ich spiele mit einer Idee, Details gibt es aber noch nicht", sagt er.

Werner Meffert: Maries Schuldschein. Droste-Verlag, 352 Seiten, 9,95 Euro.

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