Das Museum Kunstpalast zeigt Bilder aus dem 17. bis 20. Jahrhundert und stellt Mignon in den Mittelpunkt.

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Früchtestillleben von Abraham Mignon (links) und von Lovis Corinth (Ausschnitt) zeigt das Museum Kunstpalast in seiner „Spot on“-Ausstellung. Fotos: Inken Holubec

Früchtestillleben von Abraham Mignon (links) und von Lovis Corinth (Ausschnitt) zeigt das Museum Kunstpalast in seiner „Spot on“-Ausstellung. Fotos: Inken Holubec

Inken Holubec

Früchtestillleben von Abraham Mignon (links) und von Lovis Corinth (Ausschnitt) zeigt das Museum Kunstpalast in seiner „Spot on“-Ausstellung. Fotos: Inken Holubec

Düsseldorf. Sechs Jahre lang untersuchte Bettina Baumgärtel, die Leiterin der Gemäldegalerie, mit Fachleuten die Herkunft des „Früchtekorbs“ (1670) von Abraham Mignon, weil sie den Rückgabe-Forderungen jüdischer Nachkommen nicht kampflos nachgeben wollte. Sie bekam Recht. Das Restitutionsbegehren wurde abgelehnt. Aber es gab eine Ausgleichszahlung von 200 000 Euro, die mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, der Landeshauptstadt und des Landes NRW erfolgte. Nun hängt der Früchtekorb mit Kürbis, Melone und Pfirsichen wieder im Museum am Ehrenhof – wie seit dem Jahr 1935. Bettina Baumgärtel rahmt es von 20 weiteren Stillleben des 17. bis 20. Jahrhunderts ein.

Die Früchte der Künstler laden sich gegenseitig in ihren Farben auf

Grandios ist das Gemälde von Lovis Corinth aus dem Jahr 1911. Es wurde gleich nach dem Krieg angekauft und betört durch seine kräftigen, frischen und süffisanten Farben. Sie sind so brillant in den grünen und roten Tönen, und die Komposition ist so expressiv bis an den Bildrand gemalt, dass sie fast den Rahmen sprengen möchte. Das Bild von Mignon hingegen muss nach Ende der Ausstellung restauriert werden, denn auf ihm liegt die Patina von 350 Jahren. Baumgärtel verspricht, es werde eine „üppige Pracht und viele optischen und haptischen Reize zurückgewinnen“.

Unabhängig vom städtischen Etat kann die Abteilungsleiterin dank des Vermächtnisses von Werner Linius Müller Ankäufe älterer Meister tätigen. Die neueste Erwerbung ist ein merkwürdiges Bild von Adolf Senff. Es zeigt Maria mit dem Jesusknaben (1831/82) gleichsam als Hintergrundbild, während ein Blumenbouquet in perfekter Raffinesse vorgeschaltet ist. Die Kombination des Stilllebens mit dem Madonnenbild ist ungewöhnlich. Baumgärtel erklärt: „Der Künstler ist ein Grenzgänger zwischen Klassizismus und Nazarenern. Er hat sich zum Blumenmaler entwickelt, aber wollte gleichzeitig seine Verehrung für Raffael in dieser Kombination ausdrücken. So ist es denn ein Bild im Bild geworden.“

Die Ausstellung wird umrahmt von einem Bild des Frans Francken aus der berühmten Sammlung Krahe sowie von einer Arbeit mit Schmetterling, Schnecken, Früchten und ausgehöhlten Granatäpfeln. Es gibt auch ein Werk des Adriaen van der Spelt, das auf die ursprüngliche Symbolik derartiger Motive verweist, die dem Tod und der Vergänglichkeit gelten.

Die Schau läuft bis 30. April im Museumsflügel am Ehrenhof, Öffnung dienstags bis sonntags, 11 bis 18 Uhr.

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