Das Theatermuseum zeigt neue Sammlung über Zuschauer.

Ausstellung

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Düsseldorf. Das Theater wird durch die Leistungen seiner Darsteller zur Kunst. Bertolt Brecht hätte diesen Satz so nicht stehen lassen. Für ihn gab es am Theater eine weitere Kunstform, die Kunst des Zuschauens. Durch die Qualität des Zuschauens steigert sich aus Brechts Sicht die Leistung der Darsteller.

Diesem Theaterverständnis versucht das Düsseldorfer Theatermuseum jetzt Rechnung zu tragen. Direktor Winrich Meiszies hat mit Unterstützung der Stadtsparkasse und dem Freundeskreis des Theatermuseums einen neue Sammlung aufgebaut: „Der Blick wendet sich vom Bühnenkünstler zum Zuschauer“, sagt Meiszies.

Gezeigt werden Grafiken aus Europa, USA und Japan

Zwei elegante Damen sitzen in einer Theaterloge. Auffällig sind ihre großen, eleganten Federhüte. Die Grafik des Illustrators William Heath zeigt nicht nur eine Theatersituation im England des 19. Jahrhunderts, sondern gibt auch Einblicke in die damaligen Modetrends. Bei vielen Werken der Sammlung lohnt sich ein zweiter Blick: Drei Tänzerinnen stehen auf einer Bühne.

Während sich eine dem Publikum zuwendet, widmen die beiden anderen ihre ganze Aufmerksamkeit einem älteren, distinguierten Mann. „Viele Tänzerinnen wurden damals von älteren Herren finanziert, die dann mit auf die Bühne durften“, erklärt Meiszies die Radierung „Les Folies Bergère“ von Jean Louis Forain.

Die 29 Werke umfassende Sammlung zu dem Thema „Zuschauer und Zuschaukunst“ entführt nicht nur in die Theaterwelt vergangener Jahrhunderte, sondern auch in verschiedene Länder. Fotos und Grafiken aus Europa, Nordamerika und Japan werden ausgestellt. Winrich Meiszies ist stolz auf seine Sammlung: „Viele der Werke finden sich in Theatersammlungen, aber noch nie gab es eine mit diesem Schwerpunkt.“

© WhatsBroadcast

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