Museumsreife Kunst wartet auf die Besucher in Düsseldorfer Galerien. Die WZ gibt einige Empfehlungen.

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Glen Rubsamen ist ein Meister romantischer Bilder.

Glen Rubsamen ist ein Meister romantischer Bilder.

Galerie Cosar

Glen Rubsamen ist ein Meister romantischer Bilder.

Düsseldorf. Den Rundgang durch Düsseldorfer Galerien beginnen wir mit dem Amerikaner Glen Rubsamen, der seit 2003 in Düsseldorf lebt und die Kultur des amerikanischen Kino-Bildes auf intelligente Weise reflektiert.

Amerikanische Nacht von
Glen Rubsamen in der Galerie Cosar

Nachtszenen werden in der Filmindustrie mithilfe von Kamera-Filtern am Tag gedreht, und der Ort der Handlung ist austauschbar. Davon geht Glen Rubsamen aus. Seine Palmen wie seine Hintergründe lassen sich nicht mehr orten. Sie ersetzen die Landschaft und die Schönheit der Welt. D

er Künstler, der in Hollywood aufgewachsen ist, malt zunächst die Hintergründe seiner Bilder als abstrakte Farbfolgen von Honiggelb zu Blau-Oliv-Grün, von Hellrot zu Violett und legt anschließend über diese wohl-kalkulierten Farben Silhouetten von Palmen. Diese malt er anschließend dunkel aus, als stünden sie im Gegenlicht. Trotz des Kalküls entstehen Werke, die verlockend romantisch ausschauen.

Flurstraße 57, bis 22. 2., di bis fr, 11 bis 13 und 15 bis 18, sa 12 bis 14 Uhr

William Wegman: Hunde auf Felsen
bei Bugdahn und Kaimer

William Wegman hat ein Faible für Weimaraner, jene schlanken, klugen Jagdhunde, die er in menschlich, allzu menschlichen Posen fotografiert. Die ausdrucksstarken und eleganten Vierbeiner sieht Wegman als begnadete Modelle und ideale Interpreten menschlicher Verschrobenheiten. Da stehen sie auf einem Steg am Meer und halten Ausschau ins Nirgendwo.

Die Vorderpfoten stehen auf einem Holzklotz, als werde die Minimal Art glossiert. Die Tiere bewegen sich grazil, krümmen den Hals, verdrehen den Kopf und zitieren doch immer zugleich Bilder, wie wir sie aus der Kunstgeschichte kennen, vor allem aus amerikanischen Landschaftsaufnahmen. Eine köstliche Serie.

Mutter-Ey-Straße5, bis 21.2., mo bis fr, 12 bis 18, sa 12 bis 16 Uhr (heute geschlossen)

Manuel Grafs "Buchtipp"
in der Galerie van Horn

Manuel Graf zeigt die allmähliche Entwicklung seiner Bilder aus architektonischen und philosophischen "Gedankengebäuden". Ein gutes Beispiel ist das Video "Buchtipp". Sein einstiger Schullehrer, "Herr Wallat", liest aus dem Buch eines alternativen Wissenschaftlers, der sich mit dem Wasser beschäftigt.

Dabei gelingt es Herrn Wallat und mithin dem Künstler, von den Strömungseigenschaften des feuchten Elements auf den Aufbau der Natur und im konkreten Fall auf die Beschaffenheit des Kehlkopfes zu schließen. Das Geniale an der Kunst von Graf ist es, in Worten, Gesängen, Zitaten und Bildern zwischen Geist und Materie zu vermitteln. Was wir letztlich sehen, ist eine innere Architektur, die dem Menschen wie der Natur innewohnt. Aus ihren Strukturen erzeugt er neue Bilder.

Beuthstraße 14, bis 28.2., di bis fr, 14 bis 18, sa 12 bis 16 Uhr

Wundersame Piktogramme
des Gerd Arnzt bei Remmert und Barth

Gerd Arnzt (1900 bis 1988) hat mit seinen Piktogrammen einen großen Einfluss auf die junge Generation ausgeübt. Er schuf klare, lesbare Linien für Menschen, Gebäude und Stadtlandschaften. Die Ausstellung umfasst frühe Werke aus den Düsseldorfer Jahren bis zu Bildern um 1968, als er anlässlich des Korea-Krieges seine politisch-kritische Haltung aus der Weimarer Zeit in einem "Totentanz" (1950) noch einmal glanzvoll in Erinnerung brachte.

Die knappen Darstellungen des Rheinufers sind von kürzelhafter Genauigkeit. Sie zeigen den Bahnwärter, das Bahnwärterhäuschen und das Milieu in zeichenhaften Bildgeschichten. Die Serie "12 Häuser der Zeit" präsentiert vom Wohnhaus über die Bar, die Bank und das Bordell bis zur Kaserne und zum Gefängnis das gesamte Spektrum der menschlichen Behausung in wohlgesetzten Zeichen.

Mühlenstraße1, bis 31.1., di bis fr, 10 bis 18.30, sa 11 bis 16 Uhr

Leichtgewichtige Schriftbilder
Karl Bohrmanns bei Schönewald

Ein großes Konvolut von Papier- und Leinwandarbeiten des Künstlers Karl Bohrmann (1900 bis 1988) macht deutlich, dass sich der langjährige Lehrer an der Städelschule früh von den informellen Schreib-Künsten des Cy Twombly inspirieren ließ.

Borhmann zeigt sich als ein Künstler, der leichtfüßige Liniengespinste verdichtet, um die lose hingesetzten Formen gleich wieder als Explosionszeichnungen auseinander driften zu lassen. Diese Vibration, die dezenten Landschafts- und Aktzeichnungen beweisen, dass er zu den großen Künstlern der spontanen Ecriture in Deutschland zählt.

Lindenstraße182, bis 8. 3., di bis fr, 10 bis 18 Uhr

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