Religiöser Geist mit humaner Bodenhaftung - die ehemalige Johannes-Kantorin Almut Rößler wird 75.

Almut Rößler wird 75 und ist musikalisch noch sehr aktiv. Neben Konzerten schreibt sie derzeit an einem Buch über ihre Erfahrungen mit Olivier Messiaen und seiner Musik.
Almut Rößler wird 75 und ist musikalisch noch sehr aktiv. Neben Konzerten schreibt sie derzeit an einem Buch über ihre Erfahrungen mit Olivier Messiaen und seiner Musik.

Almut Rößler wird 75 und ist musikalisch noch sehr aktiv. Neben Konzerten schreibt sie derzeit an einem Buch über ihre Erfahrungen mit Olivier Messiaen und seiner Musik.

Dieter Alsleben

Almut Rößler wird 75 und ist musikalisch noch sehr aktiv. Neben Konzerten schreibt sie derzeit an einem Buch über ihre Erfahrungen mit Olivier Messiaen und seiner Musik.

Düsseldorf. Für Düsseldorf und die Johanneskirche war und ist Almut Rößler ein großer Glückfall. Als sie 1967 die Johanneskantorei gründete und bis 1997 das Amt der Kantorin und Organistin an der protestantischen Stadtkirche innehatte, boomte dort das Musikleben.
 
Ob bei den großen Bachpassionen in der österlichen Zeit, den Messiaen-Festen oder Uraufführungen zeitgenössischer Kompositionen - immer verbindet Almut Rößler hohe künstlerische Ansprüche mit einem ausgesprochen herzlichen und bescheidenen Auftreten.

Wenn sie etwas sagt, schwingt in ihrer Stimme immer etwas mit von christlicher Nächstenliebe und religiöser Beseeltheit. Dazu passt die unbedingte künstlerische Wahrhaftigkeit, die in einer besonderen Verbindung aus Musik und Glauben gründet. Am Dienstag wird Almut Rößler, die vergeistigte Grande Dame der Kirchenmusik, 75 Jahre alt.

Almut Rößler hat noch bei dem bekannten französischen Komponisten und Organisten Gaston Litaize studiert und lernte durch ihn Größen wie Olivier Messiaen kennen, mit dem sie eine intensive Künstlerfreundschaft verband. Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte sie, ihre Beziehung zur Musik von Messiaen sei so tief und ernst wie zu Bach, dessen Werke sie in der Johanneskirche so häufig aufführte.
 
Über Messiaen schreibt sie zurzeit ein Buch, das nächstes Jahr, zum 100. Geburtstag des französischen Komponisten erscheinen soll. "Wenn man älter wird, kommen einem oft ganz neue Gedanken", sagt Rößler. Ihre Erfahrungen mit Messiaen und die daraus resultierenden Erkenntnisse zur Interpretation von Musik will sie in einem Buch dokumentieren.
 
Als Musikerin umgibt sie eine spirituelle Aura, die in einer bodenständigen Musik- und Menschenliebe gründet. Ihr zugleich inspiriertes und erdiges Orgelspiel und Dirigat ist ein Widerhall dieser Verbindung von religiöser Vergeistigung und humaner Bodenhaftung. Als Organistin ist Rößler noch ungemein aktiv.
 
Vor wenigen Wochen gastierte sie in Riga und Hamburg. Konzertreisen nach Israel, Prag, Norwegen und in die USA folgen. Auch in Düsseldorf ist sie zu hören, und zwar beim Sommerlichen Orgelkonzert am 18. Juli in der Neanderkirche. In der Tonhalle wird am 23. Juni ihr zu Ehren eine Festschrift präsentiert. Dort wird auch eine Jugendkomposition der Jubilarin zu hören sein.
 
Werdegang
 
Geboren am 12. Juni 1932 in Beveringen.

Werdegang Musikstudium in Detmold und Paris. Zu ihren Lehrern gehörten der Pianist Hans Richter Haaser und der Organist und Komponist Gaston Litaize. Kantorin der Johanneskirche war sie von 1967 bis 1997. 1977 Ernennung zur Professorin an der Robert-Schumann-Hochschule

Auszeichnungen Sie erhielt unter anderem den Preis der deutschen Schallplattenkritik für die Aufnahme der "Meditations" von Olivier Messiaen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer