Beim Rundgang wurden drei Kunsthändler fündig und lobten unisono die Maler Peter Uka und Manshu-Rhan Park.

Peter Uka
Peter Uka aus Nigeria gewann zwei große Preise.

Peter Uka aus Nigeria gewann zwei große Preise.

Manshu-Rhan Park orientiert sich mit seinen Bildern an alte Meister.

Galerie Voss, Bild 1 von 2

Peter Uka aus Nigeria gewann zwei große Preise.

Düsseldorf. Die Malerei war lange Zeit nicht hoffähig in Museen und Galerien, obwohl Kunstkäufer vor allem an Bildern interessiert sind. Akademiestudenten halfen sich in der Vergangenheit bei den Rundgängen selbst. Sie verkauften sie gleichsam wie auf dem Schwarzmarkt an die Kunden. Das ist heute nicht mehr üblich. Galeristen sind aufmerksamer geworden. Sie legen, wenn sie einen Absolventen für gut befinden, Zettel mit der Vita aufs Fensterbrett und künden vielleicht sogar die erste Ausstellung an. Eine Reportage über die Art, wie Galeristen aus Düsseldorf heute die Spreu vom Weizen trennen.

Die neue Sensibilität wird in diesem Rundgang geschätzt

„Die meisten Kunsthändler in Düsseldorf zahlen viel für Miete und Personal. Da lohnen sich keine Verkäufe von Bildern, die wenige tausend Euro kosten.“ So erklärt der Junggalerist Roozbeh Golestani den ungewöhnlichen Umstand, dass die meisten internationalen Künstler aus Düsseldorf weltweit ausstellen, aber selten im Düsseldorfer Kunsthandel zu haben sind. „Vielleicht gilt aber auch der Prophet im eigenen Land nichts“, sagt Rüdiger Voss. Und Anna Klinkhammer meint: „Großen Galerien geht es nicht so sehr darum zu zeigen, was ihnen gefällt, sondern was sie auf dem internationalen Markt ausspielen können.“

Wie aber gehen diese drei Galeristen vor? Wen empfehlen sie vom letzten Rundgang besonder? Sie kamen kurioserweise alle drei auf dieselben zwei Künstler, auf Peter Uka (Bild 1) aus der Klasse Havekost und Manshu-Rhan Park (Bild 2) aus der Klasse Anzinger.

Golestani schätzt Park sehr hoch ein. Er feiert den Anspruch des Studenten, sich an alten Meistern zu orientieren. Er sagt: „Wenn man die Bilder sieht, denkt man an einen ganz reifen Maler. Und wenn man dann den Burschen sieht, so einen 24-Jährigen im Adidas-Trainingsanzug, dann ist man erstaunt. Ich bewundere seine Ernsthaftigkeit. Wie er das Schwarz beherrscht, wie er eine erhabene Ruhe in die Bilder bringt! Wie er souverän mit den Farben arbeitet!“

Das „rätselhafte Zeug“ in der jungen Kunst ist sehr gefragt

Golestani ist aber auch von Parks Lehrer Siegfried Anzinger angetan, der mit seiner Klasse in den Prado fährt und eine Woche lang vor den Bildern diskutiert. Das sei mutig in einer Zeit, wo die Malerei in Frage gestellt wird. Normalerweise seien junge Leute, so Golestani, eher an reinen Informationen, an bloßen Sujets im Bild interessiert. Und Anna Klinkhammer lobt: „Er malt rätselhaftes Zeug. Sehr dunkle Bilder. Sehr schön. Etwas altmeisterlich, aber nicht übertrieben.“ Sie hat den Studenten lange beobachtet und jetzt die ersten drei Bilder gekauft.

Die zweite Entdeckung ist Peter Uka (Bild 1) , der Mann aus Nigeria, der längst die Herzen der Düsseldorfer gewonnen hat und nach dem Abschluss glücklich ist, denn er gewann jetzt gleich zwei große Preise. Rüdiger Voss will ihm im kommenden Jahr sogar die erste Einzelausstellung geben. Er kennt ihn schon sehr lange und zeigte ihn im vergangenen Jahr erstmals in einer Gruppenausstellung. Er lobt, wie der junge Mann schön darstellt und dabei die Sehnsucht nach seiner Heimat Afrika mit der Realität der neuen Heimat verbindet.

Aber es sei nicht einfach, einen jungen Künstler durchzubringen. Man müsse ihn aufbauen, auch beraten. Und man müsse nach einem Partner unter den Galeristen suchen, denn die Kooperation mache es leichter, einen Unbekannten durchzubringen, so Voss.

Golestani sieht das anders, wenn er sagt: „Ich werde immer wieder gefragt, ob ein junges Programm nicht sehr riskant sei. Aber der Dachdecker, der morgens aufs Dach klettert, riskiert viel mehr. Letztlich ist die Zusammenarbeit mit jungen Künstlern spannend, weil sie noch so idealistisch sind.“

Golestani lässt keinen Rundgang aus. Und er freut sich, dass selbst in der oft sehr laut daher kommenden Doig-Klasse neuerdings auch Zeichnungen gezeigt werden. „Vielleicht bringe dieser Rundgang eine neue Sensibilität“, sagt er.

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