Der festliche Abend zu Gunsten der Aids-Stiftung gelang finanziell wie musikalisch.

Die Künstler des Abends: Luca Pisaroni, Maria Luigia Borsi, Carmen Giannattasio, Massimiliano Pisapia, Axel Kober, Vladimir Galouzine, Tamar Iveri (von links) wurden beim Abschlussapplaus in der Oper vom Publikum gefeiert.
Die Künstler des Abends: Luca Pisaroni, Maria Luigia Borsi, Carmen Giannattasio, Massimiliano Pisapia, Axel Kober, Vladimir Galouzine, Tamar Iveri (von links) wurden beim Abschlussapplaus in der Oper vom Publikum gefeiert.

Die Künstler des Abends: Luca Pisaroni, Maria Luigia Borsi, Carmen Giannattasio, Massimiliano Pisapia, Axel Kober, Vladimir Galouzine, Tamar Iveri (von links) wurden beim Abschlussapplaus in der Oper vom Publikum gefeiert.

Judith Michaelis

Die Künstler des Abends: Luca Pisaroni, Maria Luigia Borsi, Carmen Giannattasio, Massimiliano Pisapia, Axel Kober, Vladimir Galouzine, Tamar Iveri (von links) wurden beim Abschlussapplaus in der Oper vom Publikum gefeiert.

Düsseldorf. Melodramatisch leitete Albert Eickhoff, Kuratoriumsvorsitzender der Festlichen Operngala, nach mehreren Reden über zum musikalischen Teil des Benefizabends zugunsten der Deutschen Aids-Stiftung. Zur von Streichern leise angespielten Beethoven-Melodie "Freude schöner Götterfunken" sagte der karitativ engagierte Modeunternehmer und Opernliebhaber, er wolle den Abend unter das Motto stellen: "Alle Menschen werden Brüder."

Der offizielle Leitspruch der Gala lautete "Tue Gutes und habe Freude daran", und genau diese Losung setzte sich in schönste Realität um, denn dank vieler zahlender Besucher und Gagenverzicht der Künstler kam ein Erlös von mehr als 130.000 Euro zusammen, der in Gänze der Deutschen Aids-Stiftung zugute kommt. Unterstützt wird ein Projekt in Mosambik, bei dem HIV-positiven Frauen geholfen wird, ein nichtinfiziertes Kind zur Welt zu bringen.

Symphoniker spielten virtuos, Bassbariton brillierte mit Rossini

Musikalisch war die Gala ebenfalls ein voller Erfolg. Auch wenn die Veranstaltung zunächst unter keinem ganz so günstigen Stern stand, denn die beiden Damen des vorgesehenen Moderatoren-Trios, die Talkmasterin Bettina Böttinger und Operndiva Grace Bumbry, waren verhindert, so dass Holger Wemhoff, Chefmoderator des Klassik Radio, alleine durch den Abend führen musste.

Das tat er recht unbrillant - zumal verglichen mit Max Raabe, der diese Aufgabe bei der Berliner Aids-Gala übernimmt, nach deren Vorbild der Düsseldorfer Abend gestaltet ist. Dass er eine Anekdote über Puccini erzählte, die sich eigentlich auf Rossini bezieht und mit Puccini weder eine zeitliche noch charaktertypische Stimmigkeit aufweist, ist ein Lapsus, der dem langjährigen Klassikradio-Moderator nicht hätte unterlaufen dürfen.

Die Performance punktete also hauptsächlich durch Musik. Die Düsseldorfer Symphoniker unter der Leitung des Generalmusikdirektors Axel Kober spielten virtuos, und sowohl Gaststars als auch die beiden Ensemble-Mitglieder Jeanne Piland und Boris Statsenko sorgten für Bravo-Rufe und Begeisterung. Ausnehmend schöne Stimmen waren zu hören, etwa die der georgischen Sopranistin Tamar Iveri mit den großen Arien aus Puccinis "Tosca" und Dvoráks "Rusalka". Brillant auch der Bassbariton Luca Pisaroni mit der komödiantisch vorgetragenen Arie des Bartolo aus Rossinis "Barbier".

Die Aids-Gala besuchte die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, Oberbürgermeister Dirk Elbers, die Vorsitzende des Kuratoriums der Deutschen Aids-Stiftung Jeane Freifrau von Oppenheim, die Vorstände der Aids-Stiftung Christoph Uleer und Ulrich Heide, Chocolatier Heinz-Richard Heinemann, Bariton Thomas Hampson sowie die Schauspieler Jenny Jürgens und Sebastian Koch.

Von den 300 VIP-Karten zu je 500Euro, die zum Besuch des Gala-Dieners berechtigten kaufte der Kuratoriumsvorsitzende Albert Eickhoff für seine persönlichen Gäste 90 Stück. Operngastronom Giuseppe Fusco stellte ein Drei-Gänge-Menü zusammen, bestehend aus schwarzen Tiger-Garnelen, Kalbsfilet in Kakao gebraten und Pinienkern-Törtchen an Dreierlei von Birne und Johannisbeer-Coulis.

Mit 1318 verkauften Karten war das Opernhaus fast ausverkauft. Mit dem Erlös von 130000Euro wurde die Zielmarke, einen sechsstelligen Betrag zu erreichen, locker erreicht. Ein noch nicht bezifferter Geldbetrag kam zustande, als Sänger Thomas Hampson nach dem Haupt-Gang des Gala-Menüs die Gäste zu abermaligem Spenden aufrief.

Den letzten Schliff bekam die Gala durch den Chor der Rheinoper (Einstudierung Gerhard Michalski). Die Chorsänger zeigten sich etwa geistesgegenwärtig, als Axel Kober als Zugabe das Trinklied aus Verdis "La Traviata" wiederholte: Das Vokalensemble war noch hinter den Kulissen verschwunden, als es losging. Doch es sang trotzdem - im Hintergrund. Tänzelnd kam der Chor dann wieder hervor und stellte sich in Reih und Glied auf.

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