Adam Fischer dirigiert Mahlers „Vierte“, die CD gibt’s in der Tonhalle.
Adam Fischer dirigiert Mahlers „Vierte“, die CD gibt’s in der Tonhalle.

Adam Fischer dirigiert Mahlers „Vierte“, die CD gibt’s in der Tonhalle.

Adam Fischer dirigiert Mahlers „Vierte“, die CD gibt’s in der Tonhalle.

Düsseldorf. Der in der Tonhalle aufgenommene Live-Mitschnitt gibt messerscharf das Konzerterlebnis wieder: Die Düsseldorfer Symphoniker interpretierten Gustav Mahlers Vierte Symphonie im November vergangenen Jahres mit klassizistischer Klarheit, geradlinig und schlackenlos. Jetzt ist die Aufnahme als CD erhältlich, zunächst exklusiv in der Tonhalle, später überall im Handel.

Der Ratinger Toningenieur Holger Urbach, der die Co-Produktion von Tonhalle und Deutschlandfunk technisch realisierte, hat die gute Akustik des Mendelssohn-Saals differenziert eingefangen. Man hört das Konzert zu Hause wie von einem guten Sitzplatz aus. Störgeräusche sind praktisch eliminiert. Dem audiophilen Genuss Grenzen setzen kann eventuell nur das heimische Endgerät. Wobei: Das Klangbild besitzt trotz oder gerade wegen seiner schnörkellosen Brillanz eine gewisse Schärfe.

Der klangliche Härtegrad hängt freilich auch vom Spiel des Orchesters ab, insbesondere dem der Bläser, die nicht immer den weichsten Sound produzieren. Den Orchesterklang der Symphoniker bildet das Album jedenfalls ziemlich realistisch ab. Adam Fischer, der wohl originellste und differenzierteste Haydn-Dirigent unserer Zeit, gestaltet den Spätromantiker Mahler aus dem Geist der klassischen Epoche heraus. Daraus erwächst ein Orchesterspiel, das alle musikalischen Verläufe wie mit feinem Pinsel aufzeichnet und ausziseliert. Dass die Symphoniker Fischer sehr respektieren, ist dem folgsamen und um Exaktheit bemühten Spiel anzumerken.

Allerdings steht die Aufnahme auch in Konkurrenz auf einem gesättigten Klassik-Markt. Mahlers „Vierte“ haben zwischen Wien und Chicago die besten Orchester eingespielt. Daneben wirkt der Klang der Düsys doch dünn.

Auch die Gesangssolistin der Aufnahme, Hanna-Elisabeth Müller (Sopran), lässt sich diskografisch vergleichen. Wer hat über das Himmlische Leben im Vierten Satz nicht schon alles gesungen: Lisa della Casa, Elisabeth Schwarzkopf, Kiri Te Kanawa. Sie alle mag man noch im Ohr haben, wenn man die CD hört. Hanna-Elisabeth Müller schlägt sich beim Vergleich wacker, singt ihren schönen Vokalpart klar und differenziert, wenn auch nicht ganz so leuchtend und expressiv wie die Weltstars des 20. Jahrhunderts. Insgesamt ein sehr hörenswerter Neuzugang im Klassik-Regal – für Düsseldorfer Musikfreunde sogar fast ein Muss.

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