25 Jahren sind vergangen, seit Düsseldorf mit einer Messe-Ausstellung Kunstgeschichte schrieb.

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Die legendäre Ausstellung von 1984, „Von hier aus“, trug die Handschrift von Joseph Beuys. Zu sehen ist hier das Katalog-Cover. (Repro: Stefan Arend)

Die legendäre Ausstellung von 1984, „Von hier aus“, trug die Handschrift von Joseph Beuys. Zu sehen ist hier das Katalog-Cover. (Repro: Stefan Arend)

Die legendäre Ausstellung von 1984, „Von hier aus“, trug die Handschrift von Joseph Beuys. Zu sehen ist hier das Katalog-Cover. (Repro: Stefan Arend)

Düsseldorf. Heute vor 25 Jahren eröffnete eine illustre Runde von Verwaltungsleuten, Politikern, Galeristen und Geldgebern eine Ausstellung in der Messe-Halle13, die der Kölner Kasper König organisierte und die in die Kunstgeschichte eingehen sollte. Sie nannte sich "Von hier aus" und zeigte das Beste, was es in der deutschen Gegenwartskunst gab.

Der Titel war System. "Von hier und heute geht eine neue Epoche der Weltgeschichte aus", hatte Wolfgang von Goethe gedichtet. Darauf berief sich Joseph Beuys, der den Titel fand und mit seiner Handschrift besiegelte.

Die Idee von Herbert Zapp kostete drei Millionen Mark

Herbert Zapp war Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, Düsseldorf, und hatte die zündende Idee: "Wir gründen eine Gesellschaft für aktuelle Kunst, statten sie mit über drei Millionen Mark aus und organisieren mit der Stadt Düsseldorf eine Schau."

Kasper König, heute der gefragteste Museumschef in Köln, leitete das Düsseldorfer Mammut-Unternehmen. Er holte sich den später berühmten Galeristen Daniel Buchholz als persönlichen Assistentin ins Team und ließ sich von ihm ins tiefste Bayern und bis nach Norddeutschland kutschieren, denn König besaß keinen Führerschein.

Kasper König erinnert sich im Gespräch an das "Abenteuer", das er bravourös bestand. Was ihn erstaunt: "Man hat mich ohne Jury und ohne Gremium zum künstlerischen Leiter bestimmt". König war damals frisch gebackener Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie, ließ sich aber beurlauben, um die Schau zu stemmen.

Lächelnd denkt er an den Krach zurück, den er erzeugte: "Meine Kollegen glaubten, ich werde sie alle in die Ausstellung holen, was ich nicht tat. Gabriele Henkel hatte schon ein Fest angesagt. Das musste sie abblasen, weil viele gesellschafts-relevante Düsseldorfer Künstler nicht dabei waren." König wollte neue Künstler entdecken.

Düsseldorf war Mitte der 80er Jahre eine Stadt im Aufwind. Es "regierte" Oberstadtdirektor Gerd Högener, ein Freund der Künste, Vorsitzender der Düsseldorfer Volksbühne, der später sein Vermögen testamentarisch der musikalischen Ausbildung junger Menschen vermachte.

Im Vorstand der Förderer saß Sparkassenchef Fritz Kulins, dessen Geldinstitut sich mit einer Million Mark am Projekt beteiligte. Es machten der IHK-Ehrenpräsident Friedrich Conzen senior, Kulturdezernent Bernd Dieckmann, Gabriele Henkel, Galeristen und Museumsleute mit.

1,2 Millionen Mark flossen in den Aufbau, in Kojen und Rampen. Der Wiener Ausstellungsarchitekt Hermann Czech führte die Besucher über eine hölzerne Rampe ins Innere, ließ sie zunächst von oben schauen, bevor es in die Tiefe ging. Die Schau vereinigte 64 Künstler der Avantgarde, die von Düsseldorf aus den Siegeszug in die Welt antraten. Die Schau wurde zum Vorbild der Quadriennale.

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