Das Theatermuseum ehrt die große Schauspielerin Marianne Hoppe zum 100.

Marianne Hoppe
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Marianne Hoppe

Düsseldorf. Winrich Meiszies, Direktor des Düsseldorfer Theatermuseums, kann sich noch gut an seine erste Begegnung mit der Schaupielerin Marianne Hoppe erinnern. 1979 lud das Theatermuseum sie zur Eröffnung einer Gustaf Gründgens Ausstellung ein. "Da niemand anderes sie vom Bahnhof abholen konnte, durfte ich das mit meiner grasgrünen Ente tun." Die bekennende Autonärrin verzog über den nicht gerade standesgemäßen Transport jedoch keine Miene.

Die aktuelle Hoppe-Ausstellung im Theatermuseum zeigt viel biografisches, vor allem aber die Reifung Hoppes zu einer der größten deutschen Schauspielerinnen. Die Innigkeit und Natürlichkeit ihres Spiels brachten ihr in Anspielung auf die weltberühmte italienische Schauspielerin den Spitznamen die "preußische Duse" ein. Mit Chuzpe, Grandezza und Genialität spielte sie sich in die erste Liga der Charakterdarstellerinnen.

Die Ehe mit Gründgens war weit mehr als eine reine "Schutzehe"

Die Ausstellung dokumentiert dies unter anderem durch ihre Tagebucheintragungen und Briefwechsel mit Gustaf Gründgens, Golo Mann oder Carl Zuckmayer. Eine Weihnachtskarte Adolf Hitlers belegt aber auch die Verstrickungen der Schauspielerin im Dritten Reich. "Sie ist instrumentalisiert worden, hat sich aber auch instrumentalisieren lassen", sagt Kuratorin Birgit Pargner dazu.

Mit Gustav Gründgens verband Marianne Hoppe eine lebenslange Beziehung, die weit über die zehn Ehejahre hinausging. Dabei soll die Ehe der beiden in der NS-Zeit, viel mehr als eine reine "Schutzehe" zwischen ihr und dem homosexuellen Gründgens gewesen sein, wie der schriftliche Nachlass Hoppes belegt. 1946 ließen sie sich scheiden, eine wirkliche Trennung war dies nicht. Von 1947 bis 1955 gehörte sie zu Gründgens Düsseldorfer Ensemble.

Einem Telegramm von ihm ist auch der Titel der Ausstellung entlehnt. Als die Schauspielerin einmal zweifelte, ob sie der Vielschichtigkeit ihrer Rolle gerecht werden könne, telegrafierte ihr Gründgens: "Es ist wie beim Skat, immer Trumpf spielen. Erst Schönheit, dann Klugheit und dann das helle saubere Herz." Es sollte bis zu ihrem Tod 2002 ihr Lebensmotto bleiben. Im vergangenen Jahr wäre sie 100 Jahre alt geworden.

Die Ausstellung an der Jägerhofstraße 1 läuft noch bis zum 11. April 2010. Öffentliche Führungen gibt es am 21.02., 15.30 Uhr, sowie am 21.03. (15.00 Uhr )und am 11.04. (15.30).

Das Black Box Kino des Filmuseums an der Schulstraße 4 zeigt parallel zur Ausstellung fünf Filme mit Marianne Hoppe.

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