Swing Dance Orchestra zu Benny Goodmans 100. Geburtstag.

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„Sing! Sing! Sing!“ Das Swing Dance Orchestra huldigte dem großen Meister des Swing, Benny Goodman, und seinen Liedern der 30er/40er Jahre.

„Sing! Sing! Sing!“ Das Swing Dance Orchestra huldigte dem großen Meister des Swing, Benny Goodman, und seinen Liedern der 30er/40er Jahre.

„Sing! Sing! Sing!“ Das Swing Dance Orchestra huldigte dem großen Meister des Swing, Benny Goodman, und seinen Liedern der 30er/40er Jahre.

Düsseldorf. Unter dem Motto "Sing! Sing! Sing!" feiert das Swing Dance Orchestra Benny Goodmans 100.Geburtstag. In der Tonhalle zollten Andrej Hermlin und seine Musiker dem "King of Swing" ihren Tribut. Der Saal war zwar nicht ausverkauft, doch umso stärker zeigten die Swing-Fans ihre Begeisterung.

Im Januar vergangenen Jahres war Andrej Hermlin, Sohn des verstorbenen Schriftstellers Stephan Hermlin, in die Schlagzeilen geraten, nachdem er in Kenia festgenommen wurde. Der 43-jährige Berliner Jazzmusiker engagiert sich politisch und sympathisiert mit der kenianischen Oppositionspartei.

Die schwarzen Fracks verströmten das Flair vergangener Zeiten

Unpolitisch verlief aber der Abend in der Tonhalle. Hermlin nahm seine Zuhörer mit auf eine musikalische Reise durch das Amerika der 30er Jahre. In schwarzen Fracks steckten die Musiker und verkörperten ein wenig den eleganten Stil vergangener Tage.

Hermlin erzählte ein wenig über die Zeit, in der die ersten Radio-DJs auftauchten, die ersten Fan-Clubs ihren Stars "das Leben zur Hölle" machten und die elektrisch verstärkte Gitarre erfunden wurde. Mit dem Titel "Don’t be that way" erinnerte man an den berühmten und als Tondokument weltberühmt gewordenen Auftritt Benny Goodmans und seiner Band in der New Yorker Carnegie-Hall am 16. Januar 1938.

Die Musik ist lebensbejahend heiter mit knackigen Blechbläsern und quietschfideler Solo-Klarinette, nun virtuos gespielt von Dan Levinson. Die meisten Stücke stammen aus Benny Goodmans großer Zeit Ende der 30er, Anfang der 40er Jahre. Man kommt nicht ganz umhin - insbesondere bei dem jiddischen Lied "Bei mir bist du schejn" -, an die damalige nationalsozialistische Zensur hierzulande zu denken. Swing à la Benny Goodman wurde ja bekanntlich als "Negermusik" verfemt und schließlich verboten.

Leben Benny Goodman (1909-1986) wurde als Sohn armer jüdischer Immigranten in Chicago geboren. Mit zehn bekam er eine Klarinette und spielte schon zwei Jahre später in Theater- und Tanzkapellen. 1934 gründete er seine eigene Big Band, die erstmalig schwarze und weiße Musiker in sich vereinte. Benny Goodman spielte auch klassische Musik, etwa das Klarinettenkonzert von Mozart. 77-jährig starb der "King of Swing" in New York.

Musik Besonders viel komponierte Benny Goodman nicht. Zu den bekanntesten Titeln zählen "Flying Home", "Stompin’ at the Savoy" und "Air-Mail Special". Seinen eigentlichen Ruhm begründete er als Solist und Bandleader.

So erinnert diese Musik auch immer etwas an die gewonnene künstlerische Freiheit nach dem Krieg. Den Saal beherrschte die ungetrübt heitere Stimmung. Nach dem letzten Stück "Goodbye!" folgte noch eine pfeffrige Zugabe mit viel launigem Schwenken der Trompeten und Posaunen nach links, rechts, oben und unten. Heftiger, aber kurzer Jubel.

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