Sanierung und Umbau kommen nicht voran. 2011 werden vielleicht vier von 45 angegangen.

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Bernd Verfürth vom Leibniz muss noch lange warten.

Bernd Verfürth vom Leibniz muss noch lange warten.

Sigrid Belzer kann sich freuen, das Schloß-Gymnasium steht an dritter Stelle.

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Bernd Verfürth vom Leibniz muss noch lange warten.

Düsseldorf. Der Bedarf für Sanierung und Ausbau an den Düsseldorfer Schulen ist enorm: Viele Gebäude sind veraltet, der Ausbau zum Ganztag mit mehr Raumbedarf und Essensangeboten schafft weitere Notwendigkeiten im großen Stil. Nun hat die Verwaltung eine Prioritätenliste vorgelegt mit 45 Punkten unter der Überschrift „Schulbaumaßnahmen 2011“ vorgelegt – aber der Titel täuscht. Gestern gab es scharfe Kritik im Schulausschuss.

Zweifelsfrei klar ist bislang, dass davon nur die wenigsten in diesem Jahr umgesetzt werden. Im Ausschuss einigte man sich am Ende darauf, sich zunächst auf die ersten vier Schulen in der Liste festzulegen. Weil letztlich aber nur der Bauausschuss Beschlüsse fassen kann, wird das Votum als Empfehlung an dessen Mitglieder weitergeleitet.

Es handelt sich um das Heinrich-Hertz-Berufskolleg (Erweiterung und Ersatz Chemieräume), das Lessing-Gymnasium (Ganztagsflächen, Mensa u.a.), Schloß-Gymnasium (Ganztagsausbau, Sanierung Naturwissenschaften) und die Dependance der St.-Apollinaris-Schule in der Steinkaul (Sanierung und Ersatzneubau).

Die Summe dieser Maßnahmen beläuft sich nach der Liste auf rund 18 Millionen Euro. Eigentlich sind im Haushalt 30 Millionen Euro für das laufende Jahr veranschlagt. Die Rechnung ist allerdings komplizierter, wie Doreen Kerler, Leiterin des Amtes für Gebäudemanagement, den Mitgliedern des Ausschusses erläuterte.

Zum Beispiel gehören dazu 12 Millionen Euro Reste vom Vorjahr, die offiziell beim Kämmerer liegen. Auf die Frage von SPD-Sprecher Rudolf Voller, ob zumindest sicher sei, dass die vier genannten Schulen in diesem Jahr angegangen werden, antwortete Doreen Kerler: „Nur wenn ich dafür Geld vom Kämmerer bekomme.“

Opposition rügt falsche Prioritäten städtischer Politik

Sowohl Voller als auch Clara Deilmann von den Grünen kritisierten falsche Prioritätensetzung der Stadt. Deilmann: „Die Koalition sollte auch so ehrlich sein zu sagen, dass ihr der Kö-Bogen wichtiger ist als der Ausbau des Ganztags an Schulen.“ Wiederholt wurde außerdem an Beispiele von Beschlüssen erinnert, die zum Beispiel 2006 gefasst wurden und bis heute nicht umgesetzt sind.

Sozialdezernent Burkhard Hintzsche verteidigte die Liste: „Wir versuchen hiermit wie gefordert, unsere Arbeit transparent zu machen. Einen Zeitplan können wir im Moment noch nicht liefern. Der kommt aber noch.“

Intern kursieren allerdings schon Zahlen. Bernd Verfürth, Leiter des Leibniz-Gymnasiums, hat erfahren, dass seine Schule nicht vor 2012 an der Reihe ist: „So können wir ab Sommer den Ganztag hier nicht aufrecht erhalten. Davon muss ich dann die Bezirksregierung informieren.“

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