OB Dirk Elbers hält alte Hallen am Steinberg für die Kunstakademie und Zero-Stiftung parat.

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Die hohen, mit Glasfenstern versehenen Hallen des Rheinbahn-Depots Am Steinberg stehen unter Denkmalschutz.

Die hohen, mit Glasfenstern versehenen Hallen des Rheinbahn-Depots Am Steinberg stehen unter Denkmalschutz.

Bernd Nanninga

Die hohen, mit Glasfenstern versehenen Hallen des Rheinbahn-Depots Am Steinberg stehen unter Denkmalschutz.

Düsseldorf. Viele Studenten der Kunstakademie schwirren nach ihrem Diplom in die große, weite Welt aus und fassen in Berlin, Paris und London Fuß. Ein großes kreatives Potenzial geht damit regelmäßig der Landeshauptstadt verloren.

Durch ein attraktives Angebot in den denkmalgeschützten Rheinbahn-Hallen Am Steinberg soll dies verhindert werden. Denn die Rheinbahn gibt ihren Standort in Bilk im März auf und zieht nach Lierenfeld, wo gerade für 20 Millionen Euro der Betriebshof erweitert wird.

Oberbürgermeister Dirk Elbers möchte die frei werdenden Hallen in Ateliers für eben jene Absolventen der Kunstakademie umwidmen, die sonst entschwinden würden. Auch die Theater-Kantine und die Zero-Stiftung mit Werken von Piene, Mack und Uecker sollen dort eine Bleibe finden. Nur die Karnevals-Halle des Wagenbauers Jacques Tilly bleibt tabu. Sie wird von diesen Plänen nicht berührt.

Stadt will das Gelände von ihrer Stadttochter Rheinbahn kaufen

Im WZ-Gespräch sagt Elbers: "Die Kunstakademie ist unser großes Glück. Wir sind froh, dass wir sie hier haben. Sie hat eine große Strahlkraft nach außen. Wir wissen aber auch, dass viele junge Künstler die Stadt nach dem Studium verlassen."

Akademie-Rektor Tony Cragg und Architekturprofessor Karl-Heinz Petzinka haben schon Anfang des Jahres Kontakt zu einem Projektentwickler an der Königsberger Straße aufgenommen, der ihnen gleichfalls Hallen angeboten hat. Beide Quartiere seien gut, der Standort in Bilk sei allerdings zentraler.

Das Straßenbahndepot Am Steinberg wurde 1911 errichtet. Drei Hallen gehören der Rheinbahn, die vierte der Stadt. Sie beherbergt Karnevalswagen. Das Gelände hat 14.700 qm. Rund um die Hallen sind Stadthäuser geplant.

Der Verein möchte im Depot die Düsseldorfer Verkehrsgeschichte präsentieren als Aspekt der Entwicklung Düsseldorfs zur Industrie- und Dienstleistungsmetropole.

Sie sitzt im Medienhaus im Hafen zur Miete. Sie sammelt Gemälde, Objekte und Archivalien, kann sie aber nicht ausstellen.

Diese Kultur-Einrichtung, bei der Theater und Essen eine Einheit eingehen, muss ihr Quartier in der Reitzenstein-Kaserne verlassen.

Das Konzept ist dasselbe: Jeweils die 20 besten Absolventen eines Jahrgangs sollen für jeweils zwei Jahre unter der Obhut ihrer ehemaligen Professoren kostenfrei schöpferisch tätig sein. Die Hallen müssen also für 40 Ex-Studenten konzipiert sein. OB Elbers bestätigt: "Wir möchten den Absolventen die Möglichkeit geben, preisgünstig zu werken. Ich denke daran, dass die Stadt die Hallen ihrer Stadttochter Rheinbahn am Steinberg günstig erwirbt."

Die Stadt wie die Kunstakademie hoffen auf eine finanzielle Hilfe durch das Land. Hier sind die Kontakte auch unter der neuen Regierung nicht abgerissen. Außerdem könnte sich, so Elbers, "der eine oder andere private Sponsor melden und das Projekt relativ großzügig unterstützen. Daran arbeiten wir schon." Es gibt für das Areal aber auch andere Wünsche.

Unabhängig davon möchten FDP-Fraktionschef Manfred Neuenhaus sowie die Nahverkehrsfreunde "Linie D" in einer der alten Rheinbahn-Hallen gern eine "Basisstation" für die historischen Bahnen und Busse einrichten. Akademie-Rektor Tony Cragg fürchtet, dass für allzu viele Nutzer nicht genügend Platz vorhanden sei. Elbers steht auf seiner Seite und will von einem "Rheinbahn-Museum" wenig wissen. "Dazu ist das Gelände zu schade. Man kann ja eine einzelne Straßenbahn als Denkmal aufstellen", sagt er im Gespräch.

Erste Pläne für die vielen Nutzer in den schönen, hohen Hallen

Inzwischen macht Architektur-Professor Petzinka Entwürfe, wie man in den hohen, filigranen Hallen auf 3.000 Quadratmetern 40 Ateliers und die Zero-Stiftung unterbringen kann. Petzinka: "Ein Kreativzentrum für die junge Szene, die hohe Zero-Kunst und der Karneval sind ein neuer Magnet für die Stadt. Das hat auch Synergie-Effekte für junge Künstler." Von der Theaterkantine, die dort gleichfalls unterkommen soll, weiß er noch nichts.

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