Um die Gewinnziele zu erfüllen, muss das Unternehmen den Rotstift ansetzen.

Düsseldorf. Die Stadtwerke haben zurzeit mit wegbrechenden Einnahmen zu kämpfen. Großkunden reduzieren ihren Stromverbrauch oder produzieren weniger - ein Beispiel ist die Kurzarbeit im Sprinter-Werk.

Andere zahlen nicht oder gehen pleite - wie die Hermes-Druckerei. In der Flaute muss zudem einst hochpreisig eingekaufter Strom billig abgegeben werden. Unter dem Strich summieren sich diese Posten auf ein Minus von zehn Millionen Euro.

Um die Gewinnziele der nächsten Jahre erreichen zu können (jeweils über 60 Millionen Euro) sollen ab 2010 jeweils zwischen 20 und 30 Millionen Euro eingespart werden. Die Unternehmensberatung Roland Berger ist eingeschaltet.

Bei vielen kleinen Vereinen von Sport bis Brauchtum fürchtet man jetzt, die Stadtwerke könnten sich als Sponsor zurückziehen. Das Unternehmen engagiert sich auf breiter Front. Unter Experten gilt es jedoch als unwahrscheinlich, dass die Stadtwerke diese breite Verwurzelung aufgeben werden.

Die größte Summe fließt ohnehin an Fortuna. Doch in der Öffentlichkeit wird das Engagement der Stadtsparkasse viel stärker wahrgenommen: Mit der Zahlung von 750000 Euro ist sie Trikotsponsor. Der Beitrag der Stadtwerke als Hauptsponsor ist jedoch fast genauso hoch: 600000 plus 90000 Euro für den Wintercup klingeln in der Klubkasse.

Für den Basketball-Erstligisten Giants lässt das Unternehmen immerhin noch eine fünfstellige Summe springen. Ob die Stadtwerke bei beiden Vereinen am Ball bleibt, ist unklar.

Dass der Sponsoring-Etat in Höhe von gut Millionen Euro gar nicht angetastet wird, können sich Beobachter indes nicht vorstellen, auch wenn es sich dabei um einen vergleichsweise kleinen Posten handelt.

Insbesondere die Opposition befürchtet Übles. "Wenn man eine so große Lücke schließen will, kann man eigentlich nur Personal abbauen oder die Preise erhöhen", meint SPD-Fraktionschef Günter Wurm.

Beides aber gilt als schwierig: In den vergangenen Jahren sank der Personalbestand bereits von 4500 auf 2500 - viel Luft dürfte es nicht mehr geben. Und bei den Preisen liegen die Stadtwerke mittlerweile ohnehin deutlich über den Billigheimern.

Die Opposition fühlt sich von der aktuellen Entwicklung bestätigt. "Wenn die gesamte Wirtschaft kriselt, müsste man auch die eigenen Gewinnziele nach unten korrigieren", sagt Wolfgang Scheffler von den Grünen.

Dass dies nicht geschehe, sei Folge des relativ hohen Kaufpreises, den Stadtwerke-Mehrheitseigner EnBW einst für die Anteile bezahlt habe.

© WhatsBroadcast

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