Zwei Doktoren, die Beratung für Probleme am Arbeitsplatz anbieten, sind „unfassbar verfeindet“.

Düsseldorf. Coaching bei Arbeitsplatz-Konflikten bieten zwei Psychiater in ihrer Gemeinschaftspraxis im noblen Oberkassel an. Zurzeit machen die beiden Doktoren, ein Herr und eine Dame, schlechte Werbung in eigener Sache. Denn die Partner sind inzwischen so zerstritten, dass sie sich am liebsten gegenseitig aus der Praxis klagen möchten. Auch dem Zivilrichter gelang es nicht, die Streithähne zu einem Vergleich zu bewegen.

„Sie sind ja unfassbar verfeindet“, stellte der Richter fest, nachdem er die Akten studiert hatte. Der Konflikt begann damit, dass darüber gestritten wurde, wer wem zum Geburtstag gratuliert hat. Weitere Lappalien brachten das Fass zum Überlaufen. Es wurde diskutiert, wer die dreckigen Handtücher gewaschen oder den Toiletten-Deckel festgeschraubt hat. Außerdem soll die Doktorin eine Behandlungs-Liege ohne Absprache in die gemeinsame Küche gestellt haben.

Der Konflikt spitzte sich weiter zu, als der Psychiater sich plötzlich nicht mehr an der gemeinsamen Finanzierung einer 400-Euro-Kraft beteiligen wollte. Schließlich kündigte die Frau die Praxis-Gemeinschaft. Da vor vier Jahren beim Abschluss des gemeinsamen Mietvertrages vereinbart worden war, dass sie im Falle einer Trennung aus „triftigen Gründen“ in der Praxis bleiben darf, sollte der Psychiater sich neue Räume suchen. Gegen die Kündigung hatte der Mediziner Klage eingereicht.

Finanziell konnten sich die beiden Kontrahenten nicht einigen. 5000 Euro wäre der Doktorin die Trennung wert gewesen, doch ihr Noch-Partner wollte 20 000 Euro. Ihm ging es offenbar um etwas ganz Anderes. „Ich bin nicht der Junior-Partner. Ich will, dass meine Arbeit anerkannt wird“, erklärte er und stampfte dabei trotzig mit dem Fuß auf den Boden. Nun muss der Richter diesen Konflikt am Arbeitsplatz beenden. Am 12. April will er das Urteil verkünden.

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