Maryam kann wieder laufen. Komplizierte Operation wurde vom Nothilfefonds ermöglicht.

Maryam kann wieder laufen. Komplizierte Operation wurde vom Nothilfefonds ermöglicht.
Daniel Frank (l.) und Jutta Liebau (r.) haben die kleine Maryam aus Afghanistan erfolgreich operiert.

Daniel Frank (l.) und Jutta Liebau (r.) haben die kleine Maryam aus Afghanistan erfolgreich operiert.

Frank Elschner

Daniel Frank (l.) und Jutta Liebau (r.) haben die kleine Maryam aus Afghanistan erfolgreich operiert.

Düsseldorf. Maryam ist fünf Jahre alt, im Mai wird sie sechs. Dann geht für das Mädchen aus Afghanistan das Leben erst wieder richtig los, denn endlich wird sie wieder das können, was für Kinder normal ist: laufen, hüpfen, rennen.

Das ist den Ärzten des Florence-Nightingale-Krankenhauses zu verdanken, die das Mädchen in Düsseldorf operiert haben. Mit Spenden aus dem Nothilfefonds der Förderstiftung der Kaiserswerther Diakonie wurde die kleine Maryam in der Kaiserswerther Diakonie behandelt. Über das Friedendorf International in Oberhausen kam sie Anfang 2016 nach Deutschland.

Maryam hat in ihrer Heimat schwerste Verbrennungen am Bein erlitten. Das linke Bein war vom Oberschenkel bis zum Fuß stark vernarbt und der Fuß kaum noch als solcher zu erkennen.

Die Fünfjährige stammt aus einem Hüttendorf in Afghanistan, in dem offene Feuerstellen an der Tagesordnung sind. Drei Jahre ist es her, dass sie in das Feuer gesprungen war und sich dabei schwer verbrannt hatte.

Maryam war nicht mehr in der Lage, mit ihrem Fuß aufzutreten

„Die Narbe hat so stark an dem Fuß gezogen, dass die Knochen, Sehnen und Zehen nicht mehr gewachsen sind“, erläutert Daniel Frank, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Handchirurgie. Dadurch hatte das Mädchen einen stark deformierten Fuß und war nicht mehr in der Lage, aufzutreten.“

Die Kaiserswerther Diakonie ist bei ihrer Hilfe für Kinder aus Krisen- und Kriegsgebieten auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Mit Spenden aus dem Nothilfefonds der Förderstiftung wird die Behandlung von Kindern ermöglicht. So konnte seit 2014 16 Kindern geholfen werden, wieder ein normales Leben in ihrem Heimatland zu führen. Weitere Informationen rund um das Thema „Spenden und Helfen“ unter Kaiserswerther-Diakonie.de/Spenden

Die Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Handchirurgie der Kaiserswerther Diakonie ist als Zentrum für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie durch ClarCert ausgezeichnet. Die Zertifizierung bescheinigt geschultes und fortgebildetes Personal in den Bereichen Pflege, Physiotherapie und OP sowie erfahrene Operateure, deren Qualität durch die Deutsche Assoziation für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie im Rahmen von Fortbildungskursen regelmäßig überprüft wird. Etwa 1000 Füße operiert Daniel Frank mit seinem Team jährlich.

Frank ist Experte, wenn es um das Thema Fußchirurgie bei Erwachsenen und Kindern geht. Seine Klinik ist seit Anfang des Jahres als Zentrum für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie durch ClarCert zertifiziert. Der Spezialist hat das Mädchen zusammen mit dem Team der Plastischen Chirurgie um Chefärztin Jutta Liebau operiert. Die Narben wurden gelöst, Gewebeverschiebungen und Hautverpflanzungen durchgeführt, um die durch die Narbenkontrakturen bedingte stark eingeschränkte Beweglichkeit des Sprunggelenkes zu verbessern.

„Der Fuß wird nie mehr aussehen wie früher“

Daniel Frank, Chefarzt

„Danach haben wir die Sehnen verlängert und den Fuß wieder in die richtige Stellung gebracht. Alle zehn Gelenke des Mittelfußes wurden dafür mit Drähten fixiert und drei Wochen später wieder entfernt“, berichtet Frank. Der Fuß kann jetzt, dank des Eingriffes, wieder normal belastet werden. Ein großer Erfolg.

Maryam hat eine Orthese bekommen, eine Schiene, die sie noch zwei Jahre lang tragen wird. Die Aussichten sind gut: „Die Zehen werden wieder wachsen. Sicherlich wird der Fuß nie mehr aussehen wie früher, aber das Mädchen kann wieder normal laufen und sogar Schuhe tragen“, freut sich Frank.

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