Ein Dieb stahl die Jungbienen in einer Kleingartenanlage aus dem Garten von Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke.

Vor zwei Jahren war die Welt für Klaudia Zepuntke noch in Ordnung: Stolz präsentiert sie in ihrem Garten die neuen Bienenstöcke.
Vor zwei Jahren war die Welt für Klaudia Zepuntke noch in Ordnung: Stolz präsentiert sie in ihrem Garten die neuen Bienenstöcke.

Vor zwei Jahren war die Welt für Klaudia Zepuntke noch in Ordnung: Stolz präsentiert sie in ihrem Garten die neuen Bienenstöcke.

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Vor zwei Jahren war die Welt für Klaudia Zepuntke noch in Ordnung: Stolz präsentiert sie in ihrem Garten die neuen Bienenstöcke.

Düsseldorf. Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke ist eine passionierte Bienenfreundin. Das zeigte sie auch zu Karneval, als sie sich als Biene verkleidete. Vor zwei Jahren ist sie sogar unter die Hobbyimker gegangen und hat in ihrem Gerresheimer Kleingarten einen Bienenstock angelegt, um zum Frühstück ihren eigenen Honig genießen zu können. Erstmals hat sie in diesem Jahr ein Jungvolk samt Königin, doch das wurde jetzt gestohlen. Ganz fachmännisch.

„Die Hergehensweise lässt drauf schließen, dass es ein Züchter gewesen sein muss“, sagt Zepunkte gegenüber der WZ. Denn gezielt wurden fünf Wabenrahmen mit den Jungbienen und der dazugehörigen Königin aus dem Stock geholt. „Junge Bienenvölker sind noch klein und die Zahl der Tiere ist überschaubar. Bei größeren Stöcken ist das nicht mehr der Fall und dann kann man nicht genau sehen, in welcher Wabe die Königin sitzt“, sagt Zepunkte.

Obwohl das Jungvolk in diesem Jahr zu Arbeitsbienen herangereift wäre, ist der wirtschaftliche Schaden für sie überschaubar. „Umso so größer ist der ideelle Schaden, denn wer klaut schon ein Bienenvolk?“ fragt sie. Und gleich die Antwort hinterher zu schieben: „Jetzt im Frühling kann man sicher sein, dass die Völker den Winter gut überstanden und sich noch keine Krankheiten im Stock eingenistet haben.“

Denn der größte Feind der Bienen ist die Varroa-Milbe, die in den 1970er Jahren aus Indien eingeschleppt wurde. Deren Maden ernähren sich von der Bienenbrut, viele Jungbienen sterben.

Bis sich ein neues Volk entwickelt hat, dauert es drei Monate

Außerdem schleppt der Schädling einen Virus in den Stock ein, der die Bienen zusätzlich schwächt. Die Bekämpfung der Milbe ist schwierig, denn gegen schonende Mittel ist sie mittlerweile immun. Harte Chemiekeulen wollen die meisten Imker nicht verwenden, als sanfteste Methode entpuppte sich die kontrollierte Nachzucht.

In Düsseldorf gibt es fünf Imkervereine mit mehr als 200 Mitgliedern. 

Für Neueinsteiger bietet „Apidea mellifica“ am Südfriedhof einen Lehrbienenstand an. www.imkerverein-duesseldorf.de

Doch die ist ein langwieriger Prozess: „Es dauert etwa drei Monate, ehe sich ein neues Volk entwickelt hat“, sagt Uwe Plath vom Kreisimkerverband Düsseldorf. Er sieht nur ein Mittel gegen die Milben: „Wir müssen mehr Bienen züchten, als wir benötigen, um die Verluste auszugleichen.“ Der Wert eines Wirtschaftsvolks beträgt 600 bis 700 Euro.

Damit nicht auch dieses geklaut wird, hat Klaudia Zepuntke die 15 Wabenrahmen „hinter Ketten“ gelegt. Die Bienen stört es nicht, sie können weiter mit ihrer Pollenbeute raus und rein fliegen. Nur an die Kästen kann kein Unbefugter mehr heran.

Laut Imkerverband kommt der Bienklau im Frühjahr häufiger vor, allerdings bisher nicht nicht in Düsseldorf. Damit ihr Beispiel nicht Schule macht, will Zepuntke bei der Polizei Anzeige erstatten.

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