Bei der Vertreterversammlung der SPD kamen alle Kandidaten durch - harmonisch war's aber nicht.

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Fraktionschef Günter Wurm steht auf dem ersten Platz der Liste für die Kommunalwahl. (Archivfoto)

Fraktionschef Günter Wurm steht auf dem ersten Platz der Liste für die Kommunalwahl. (Archivfoto)

Fraktionschef Günter Wurm steht auf dem ersten Platz der Liste für die Kommunalwahl. (Archivfoto)

Düsseldorf. Ganz so harmonisch, wie es sich Parteichefin Karin Kortmann gewünscht hatte, ist es bei derVertreterversammlung der SPD am Samstag nicht zugegangen. Eigentlich wolltendie Sozialdemokraten ohne viel Tamtam ihre Direktkandidaten für dieKommunalwahl im Juni samt Reserveliste wählen. Stattdessen musste sich Kortmannmit Anwürfen aus dem Stadtbezirk 3 (Bilk, Oberbilk) auseinandersetzen, und auch der Fraktionschef im Stadtrat, Günter Wurm, erhielt von den 164 Stimmberechtigten einen Dämpfer.

Bei der Frage, ob er im Juni auf dem ersten Listenplatz antreten solle, stimmten 43 der Delegierten mit Nein, fünf enthielten sich, gerade 113 votierten mit Ja. Bürgermeisterin Gudrun Hock, auf Platz zwei gesetzt, bekam hingegen 142 Ja-Stimmen (15 mal Nein, zweiEnthaltungen).

Knapp zwei Jahre ist her, dass Hock bei der Wahl zum Fraktionsvorsitz gegen Wurm verlor und die Partei in eine Krise stürzte. Seinerzeit mussten der Parteivorsitzende Peter Knäpper und seine Vize Angelika Pick ihren Hut nehmen.Gut möglich, dass der jetzige Dämpfer für Wurm die Frage nach dem Fraktionsvorsitz nach der Kommunalwahl neu anheizt.

Auch der Parteivorsitzenden Kortmann dürfte die Versammlung nicht gefallen haben. Ratsherr Manfred Abels, der auf der Reserveliste nur auf dem 25. Platz gelandet war und jetzt seinenWahlkreis Bilk-Mitte direkt gewinnen muss, wenn er weiterhin dem Stadtratangehören will, meldete sich tief enttäuscht zu Wort.

"Was habe ich falschgemacht, dass ich so abgestraft werde? Ich bin immer noch fassungslos." Das häufig vorgebrachte Argument, in Fraktions- und Ratsarbeit könne sich jeder rasch einfinden, stimme nicht. "Ich habe vier Jahre gebraucht, mich inVerwaltungsfragen einzuarbeiten", sagte Abels, auch stellvertretender Vorsitzender des Bauauschusses. Obwohl der die Liste für ungerecht halte, gebe er ihr dennoch sein Votum.

Udo Figge, Chef derBezirksvertretung 3, setzte noch einen drauf und griff Kortmann direkt an. Sie selbst habe vor der OB-Wahl im vergangenen August auf einem sicheren Listenplatz bestanden - damit sie als Bundestagskandidaten für den DüsseldorferSüden wieder sicher ins Berliner Parlament einziehen könne. 

Jetzt verweigeredie Partei genau das den erfahrenen Ratsleuten. Noch auf dem Weg zurück zu seinem Platz knöpfte sich eine höchst angefressene Kortmann den Bezirkspolitiker vor. Die SPD im Stadtbezirkhätte Abels absichern können, sie habe für ihn aber keinen guten Listenplatz gefordert und die Entscheidung aus der Hand gegeben. "Sich jetzt arroganthinzustellen und zu nölen, geht nicht."

Hintergrund: Die Ratsleute ManfredAbels und Rolf-Jürgen Braer (Platz 32) sind auf hinteren Plätzen gelandet.Weiter vorn, und somit gut abgesichert, stehen stattdessen Ratsneulinge wie Andreas Rimkus (11) oder Gerd Blatz (15), beides stellvertretende Parteivorsitzende.

Die Partei will damit ihren Einflussauf die Ratsfraktion stärken, heißt es. Über durchaus passable Ergebnissekönnen sich die weiteren Kandidaten freuen: Markus Raub auf Platz 3 erhielt 147Stimmen, Helga Leibauer (4) und Martin Volkenrath (5) je 146.

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