Die städtische Eventtochter DSCE will auf dem Messeparkplatz ein Gelände für riesige Konzerte schaffen. Als mögliche erste Veranstaltung gilt das Festival „Rock in Rio“, das auch schon in Lissabon, Madrid und Las Vegas gastierte.

Die städtische Eventtochter DSCE will auf dem Messeparkplatz ein Gelände für riesige Konzerte schaffen. Als mögliche erste Veranstaltung gilt das Festival „Rock in Rio“, das auch schon in Lissabon, Madrid und Las Vegas gastierte.
So könnte es aussehen: ein Auftritt der brasilianischen Band Capital beim Rock-in-Rio-Festival 2015.

So könnte es aussehen: ein Auftritt der brasilianischen Band Capital beim Rock-in-Rio-Festival 2015.

dpa

So könnte es aussehen: ein Auftritt der brasilianischen Band Capital beim Rock-in-Rio-Festival 2015.

Es klingt zunächst wie ein Widderspruch in sich, doch der löst sich schnell auf: „Rock in Rio“ in Düsseldorf. Das Musikfestival trägt den Namen der brasilianischen Hauptstadt, ist aber längst zu einer Marke geworden, die auch an anderen Orten im Einsatz ist. Die NRW-Landeshauptstadt könnte bald dazu kommen. Nach Informationen unserer Redaktion gibt es gute Chancen, dass „Rock in Rio“ im August 2019 in Düsseldorf stattfindet. Michael Brill, Geschäftsführer der städtischen Eventtochter DSCE, bestätigte auf Anfrage, dass es Gespräche mit vielen möglichen Partnern für große Veranstaltungen gebe, darunter auch „Rock in Rio“. Das Konzept des Festivals würde auch zu den grundsätzlichen Plänen der DCSE passen.

Die Düsseldorfer wollen ihr Angebot erweitern. Aktuell können sie Konzertveranstaltern vier Hallen anbieten: das Castello, die Mitsubishi Electric Halle, den Dome und die Arena. Die Größen reichen von etwa 2000 bis zu rund 50 000 Zuschauern. Um eine zusätzliche Möglichkeit zu schaffen, hat Brill die Idee, den Messeparkplatz P1 ins Angebot aufzunehmen und damit eine Fläche für bis zu 100 000 Zuschauer zu haben. „Unsere Strategie ist es, möglichst viel aus einer Hand anzubieten. Die Fläche haben wir schon und können so mit geringem Aufwand eine zusätzliche Option schaffen“, sagt Brill. Heißt: Wenn ein Künstler in die Arena will und plötzlich viel mehr Tickets verkauft, kann er auf das große Gelände ausweichen. Traut sich einer das große Gelände zu, setzt aber nicht genügend Eintrittskarten ab, bleibt die Arena eine Möglichkeit.

Damit würde Düsseldorf einen Nachteil gegenüber anderen Standorten wettmachen. Die Künstler, die Stadien füllen, spielen in der Regel wenige Konzerte mit der größtmöglichen Auslastung. Deshalb hat die Arena in Gelsenkirchen mit knapp 10 000 Plätzen mehr einen Vorteil – der durch den Messeparkplatz wegfiele. „Dann haben wir ein Angebot, das kein anderer in NRW hat“, sagt der DCSE-Geschäftsführer.

Brill stellt zugleich klar, was auf dem großen Gelände nicht stattfinden wird: Es wird kein Festival mit Camping geben, nichts, das mit dem Metal-Festival in Wacken, dem Elektronikfestival Parookaville oder Rock am Ring zu vergleichen ist. Und eben das lässt die Idee von „Rock in Rio“ in Düsseldorf so realistisch erscheinen. Das Festival ist urban angelegt und setzt eben nicht auf Camping oder Ähnliches.

Und auch die Dimension passt. „Rock in Rio“ zählt zu den größten Festivals der Welt. In Brasilien spielte die Gruppe Queen schon vor 300 000 Menschen, in Lissabon lagen die Zuschauerzahlen bei einzelnen Auftritten im hohen fünfstelligen Bereich. Und: Ein Festival mit vielen Bands hat den Vorteil, eine höhere Anziehungskraft zu entwickeln als einzelne Künstler, die für das mögliche neue Gelände auch im Gespräch sind. Die Rede ist von Bruce Springsteen und den Toten Hosen.

Wichtiger Gedanke im Konzept der DCSE ist noch, dass Veranstaltungen nicht mit dem Messeprogramm kollidieren. Das wäre Anfang August 2019 nicht der Fall.

© WhatsBroadcast

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