Viele Geschäfte decken längst nicht mehr nur eine Branche ab: In einem Café kann man jetzt das komplette Mobiliar kaufen.

wza_1500x1000_496096.jpeg
Ela Chiummo-Dahmen steht in ihrer Café-Bar „Concorde“. Oder ist es doch ein Möbelgeschäft?

Ela Chiummo-Dahmen steht in ihrer Café-Bar „Concorde“. Oder ist es doch ein Möbelgeschäft?

Stefan Arend

Ela Chiummo-Dahmen steht in ihrer Café-Bar „Concorde“. Oder ist es doch ein Möbelgeschäft?

Düsseldorf. Es ist, als betrete man eine WG-Küche, wenn man in das "Concorde" kommt. Gemütlich ist es, ja irgendwie heimelig. Der Boden ist mit hellem Laminat ausgelegt, an der Decke prangt ein roter Kronleuchter. Vor dem weißen Buffetschrank aus dem 19. Jahrhundert steht ein in hellem Türkis gestrichenes Tischgestell.

Auf dem Gestell liegt eine Platte aus mittelbraunem Holz. Jetzt fehlt nur noch ein Kaffee. Und der kommt prompt: Nicht aus irgend einem modernen Kaffeevollautomaten, sondern aus einer alten, grün-braunen italienischen "Gaggia"-Maschine. Da ist das Kaffeekochen noch Handarbeit.

Seit dem 11. April betreibt Ela Chiummo-Dahmen ihr Café nun an der Konkordiastraße. Und verkauft hat sie seitdem nicht nur Kaffee: zwölf Stühle und vier Tische stehen auf der Verkaufsbilanz. "Ich will, dass hier was passiert", so Chiummo-Dahmen. Und deshalb ist ihr Laden auch gleichzeitig Möbelshowroom. "Alles was hier steht, können die Gäste kaufen und sofort mitnehmen", so die Inhaberin. Getreu dem Motto: "Einen Caffè Latte und den Tisch bitte."

Unter den Kunden schlägt die anfängliche Irritation über das "Probewohnen" dann schnell in Begeisterung um: "Wie, ich kann den Tisch einfach so raustragen? Wie geil ist das denn?!", kommentierte ein Nachbar das Konzept. Ähnliche Konzepte gibt es bereits in Düsseldorf: Im Friedrichstädter "Apartment" beispielsweise gibt es zum Kaffee auch Mode und Möbelstücke.

Besonders Frauen fühlen sich in der Wohnküchenatmosphäre wohl

Schreinerin Eva-Maria Heselhaus, die auf der Ackerstraße eine Werkstatt hat, sorgt dafür, dass im "Concorde" die Möbel nicht ausgehen. Sie besorgt auch die passenden Accessoires.

"Hauptsache ausgefallen" lautet die Devise. Chiummo-Dahmen hat dabei keine Angst, dass ihre Freundin Sachen in den Laden stellt, die ihr nicht gefallen. "Ich kenne ihren Geschmack und weiß, dass er gut hier rein passt."

Hinein passt im Prinzip alles, was auch in die Küche der Freundin passt. "Ich wollte eine private Atmosphäre schaffen, in der man sich wohl fühlt." Und ihr Konzept scheint aufzugehen: "Allmählich entwickelt sich das "Concorde" zu einem Frauencafé. Viele Mädels kommen hier zum Quatschen her", erzählt Chiummo-Dahmen schmunzelnd, während sie an ihrer Zigarette zieht.

Draußen ist es angenehm warm und sie sitzt auf einer der blau gestrichenen Sitzbänke vor dem Eckgebäude, in dem das "Concorde" beheimatet ist. An den cremefarbenen Wänden rankt hellgrünes Weinlaub. Ein kleines Idyll unweit der viel befahrenen Bilker Allee. Nur ab und zu knattert eine Mofa vorbei.

Ach ja, eine einzige Sache ist nicht verkäuflich. Das Markenzeichen des Ladens: Eine Metalllampe, an die altes Silberbesteck gehängt ist. "Die gebe ich nicht her", sagt Chiummo-Dahmen bestimmt.

© WhatsBroadcast

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer