Koeps Kino

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Trine Dyrholm als Nico in einer Szene des Films „Nico, 1988“, der jetzt in die Kinos kommt.

Trine Dyrholm als Nico in einer Szene des Films „Nico, 1988“, der jetzt in die Kinos kommt.

Michael Feldmann (Lior Ashkenazi) und seine Frau Dafna (Sarah Adler) in einer Szene des Films „Foxtrot“.

dpa-Bildfunk, Bild 1 von 2

Trine Dyrholm als Nico in einer Szene des Films „Nico, 1988“, der jetzt in die Kinos kommt.

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Zama

Auf verlorenem Posten. Don Diego de Zama steht im Dienst des spanischen Königs und ist in einem bedeutungslosen Provinznest in Paraguay gestrandet. Dort hofft er, durch treuen Gehorsam zu einer Beförderung und nach Buenos Aires zu kommen. Doch die Gouverneure, deren Befehlen er stets eilfertig nachkommt, kommen und gehen, der König ist fern und Zama bleibt, wo er ist. Eines Tages hört Zama vom Unwesen eines Banditen, er schließt sich einer Gruppe von Soldaten an, die Jagd auf den Bösewicht machen. Der Film von Lucrezia Martel erinnert an Herzogs „Aguirre“, und lässt das quälend ereignislose Warten des Protagonisten spürbar werden.

Metropol, tgl. (außer Fr.) 19 Uhr (span. OmU)

303

Weltsicht aus dem Wohnmobil. Der Mercedes 303 ist der zentrale Schauplatz dieses Open-Air-Kammerspiels von Hans Weingartner. Jan will eigentlich nach Spanien fahren, doch die Mitfahrgelegenheit platzt. Zufällig trifft er als Tramper so auf Jule, die mit dem Camper auf dem Weg nach Portugal ist. Während er eigentlich seinen Vater kennenlernen will, ist sie auf der Suche nach ihrem Freund, um ihm zu sagen, dass sie schwanger ist. Doch auf der Fahrt haben die beiden viel Zeit über Gott und ihre Weltsicht zu reden. So kommen sich ein Pessimist und eine Optimistin in Sachen Menschheit unweigerlich näher.

Metropol, Premiere am Freitag um 20.30 Uhr mit Regisseur Hans Weingartner und Hauptdarsteller Anton Spieker

Los versos del olvido - Im Labyrinth der Erinnerung

Der alte Friedhofsgärtner hat sich zurückgezogen von der Welt, doch mit der Friedhofsruhe ist es nicht weit her. Immer wieder kommen die Milizen und entledigen sich in den Kühlkammern des Leichenschauhauses der Leichen ihrer Opfer, die stets als „Terroristen“ deklariert werden. Als der namenlose Alte eines Tages unter den Toten eine junge Frau entdeckt, die ihm bekannt erscheint, will er ihr spurloses Verschwinden durch ein ordentliches Begräbnis verhindern. Der aus dem Iran stammende Regisseur Alireza Khatami verarbeitet in dem Drama autobiographische Erfahrungen aus dem Iran der 1980er Jahre, die hier in das Chile der Pinochet-Diktatur verlegt wurden.

Bambi, tgl. (außer Mo.) 19.30 Uhr (span. OmU)

Nach „Waltz with Bashir“ greift dieser israelische Film noch einmal eindrucksvoll den Krieg in einer Gratwanderung zwischen Tragödie und Groteske auf. Für Michel Feldmann und seine Frau bricht die Welt zusammen, als sie vom Militär vom Tod ihres Sohnes Jonathan erfahren. Während Michael und seine Frau Daphna in ein schwarzes Loch fallen, dient ihr Sohn unbeschadet an einem trostlosen Grenzposten. Der „Heldentod“ erweist sich als Verwechslung, das macht den Dienst in der Armee nicht weniger skurril: Da wird die Schranke für ein wildes Kamel gehoben und vor lauter Langeweile ein Tänzchen (siehe Titel) eingelegt. Mit der Rückkehr des „verlorenen Sohnes“ herrscht allerdings keineswegs eitel Sonnenschein bei den Feldmanns. In Israel wurde der israelisch-europäisch koproduzierte Film von Samuel Maoz zwiespältig aufgenommen: Wenn der Krieg nicht patriotisch dargestellt wird, ist der Film defätistisch, so die Kritik.

Bambi, tgl. 21 Uhr (Mo. 21.30 Uhr; Di. hebr. OmU)

LOMO – The Language of Many Others

Liebeskummer in Zeiten des Internets. Karls Leben findet vor allem in der virtuellen Welt statt. Gelangweilt von Schule und Familie widmet er sich überwiegend seinem Blog, den er mit LOMO betitelt hat. Dort nimmt er am Leben der namenlosen Follower teil, schneidet deren private Videos zusammen mit seinen Familienszenen. Als er eines Tages die kesse Doro kennenlernt, scheint die reale Welt plötzlich interessanter. Doch Doro wollte ihn nur vernaschen und wendet sich ab. Aus Frust stellt er einen Film der heißen Nummer in der Sauna online. Visuell ambitioniert versucht Spielfilmdebütantin Julia Langhoff die Realität und Netzwelt auf der Leinwand verschmelzen zu lassen.

Metropol, tgl. 21.30 Uhr (Fr. 21.15 Uhr)

Sicario 2

Obwohl als Teil der eindrucksvollen American Frontier Trilogie (mit „Hell or High Water“ und „Wind River“) gedacht, geht der Drogen-Thriller „Sicario“ (das Wort für einen Killer der kolumbianischen Drogen-Mafia) in die Verlängerung. Zwar wurde der Regisseur Denis Villeneuve durch Stefano Sollima („Suburra“) ersetzt, das Besetzungsduo Benicio der Toro und Josh Brolin bleibt aber „im Dienst“. Im Mittelpunkt steht der zwielichtige Alejandro Gillick, der diesmal die Tochter eines Drogenbarons entführen soll. Ziel der CIA-Aktion ist es, die Kartelle zu einem selbstzerstörerischen Banden-Krieg zu verleiten. Doch dann gibt CIA-Mann Graver Gillick die Order, die gekidnappte Frau zu ermorden. . .

Cinema (als Doublefeature mit „Sicario“) am Mi. um 19 Uhr beide im engl. OmU

Auf der Suche nach Ingmar Bergmann

Zum hundertsten Geburtstag widmet Margarethe von Trotta ihrem Vorbild Ingmar Bergmann eine Spurensuche vor allem auch ihrer eigenen Faszination für den schwedischen Regisseur. Angeregt von dessen Filmen wie „Wilde Erdbeeren“ und „Schande“ beschloss von Trotta selbst Regisseurin zu werden.

Doch der Mann, dessen Filme den Kampf der Seele mit sich selbst thematisierten, blieb bisher hinter seinen Filmen verborgen.

Von Trotta machte sich auf den Weg zu seinen Wirkungsstätten, befragte ehemalige Gefährten wie Liv Ullmann aber auch seine Familie.

Bambi, tgl. 19 Uhr (OmU)

© WhatsBroadcast

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