Koeps Kino

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Emmanuelle Seigner und Kool Shen stehen am Krankenbett ihres Sohnes Gabin Verdet in einer Szene des Films „Die Lebenden Reparieren“.

Emmanuelle Seigner und Kool Shen stehen am Krankenbett ihres Sohnes Gabin Verdet in einer Szene des Films „Die Lebenden Reparieren“.

Emmanuelle Seigner und Kool Shen stehen am Krankenbett ihres Sohnes Gabin Verdet in einer Szene des Films „Die Lebenden Reparieren“.

Wild Bunch/dpa-Bildfunk, Bild 1 von 2

Emmanuelle Seigner und Kool Shen stehen am Krankenbett ihres Sohnes Gabin Verdet in einer Szene des Films „Die Lebenden Reparieren“.

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A Ghost Story

Wenn der Tod kommt, bleibt der Geliebte als Schutzengel zurück. So war das zumindest in dem transzendenten Schmachtdrama „Ghost - Nachricht von Sam“. Doch trotz der Ähnlichkeit von Titel und Thema, unterschiedlicher könnten Jerry Zuckers Schnulze und David Lowerys Film über das Vergessen kaum sein. Nach einem tödlichen Verkehrsunfall bleibt C als „Gespenst“ im Haus bei seiner Frau M. Sichtbar nur für den Zuschauer, will er ihr beistehen, doch er muss feststellen, dass er langsam in Vergessenheit gerät und aus ihrem Leben zu verschwinden droht. Doch gleichzeitig bleibt er gefangen in einer Art Zwischenwelt in ihrem Haus. Lowery verzichtet bewusst auf jenseitigen Mummenschanz aus der Trickkiste. Fast grotesk einfach ist seine Geisterfigur C nur verkleidet mit einem Laken und Augenlöchern. Dem ausgezeichneten Indie-Drama geht es mehr um eine tiefsinnige Reflektion über die Zeit, das Erinnern, die Liebe und das was von uns bleiben wird.

Atelier, tgl 21 Uhr (So. - Mi. engl. OmU)

Meine schöne innere Sonne

Mit dem starken Geschlecht ist Claire Denis („Dreckskerle“) bisher nicht zimperlich umgegangen, diesmal versucht sie es mit dem tragikomischem (und weiblichen) Blick auf die Sehnsucht nach Liebe, die die Männer einfach unmöglich machen. Die Künstlerin Isabelle (Juliette Binoche) ist attraktiv und erfolgreich, aber mit der Liebe will es nicht klappen. Umgeben von einem Panoptikum von Verehrern muss sie immer wieder erleben, dass weder ihr Ex-Mann noch der lügenhafte Schauspieler oder der aufdringliche Banker ihren Bedürfnissen gerecht werden können oder wollen. Am Ende wendet sich die desillusionierte Isabelle an einen Wahrsager (Gérard Dépardieu in einem endlosen Abspann-Monolog). Die Männer kommen schlecht weg, deswegen werden eher Frauen den Film sehen wollen.

Atelier, Vorpremiere am Di. um 19 Uhr (frz. OmU)

Forget about Nick

Margarethe von Trotta („Rosa Luxemburg“, „Hannah Arendt“) ist zwar eine ausgewiesene Frauenfilmemacherin aber mit komödiantischem Talent ist sie bisher nicht hervorgetreten. So wirkt die Abrechnung von zwei Frauen mit dem schwerenöterischen Ex-Mann weniger als feministisches Manifest denn als hölzerner Zickenkrieg mit dürftigem New York-Flair im TV-Format.

Das Model Jade wird 40 und von ihrem Mann (für eine halb so alte Frau) verlassen. Immerhin überlässt er ihr ein schickes Luxus-Apartment in Manhattan. Doch dann kreuzt dort Maria auf, Jades Vorgängerin bei Nick. Auch Maria (Katja Riemann) hat einen Wohn-Anspruch in dem einstigen Liebesnest.

Cinema, tgl. 16.30 u. 19 Uhr, am Di. kommt die Regisseurin zur 19h-Vorstellung ins Kino

S.U.M.1

Science-Fiction und ein kleines Budget müssen kein Widerspruch sein. Aus der „Not“ eines eher überschaubaren Budgets versucht der deutsche Kinoregie-Debütant Christian Pasquariello eine Tugend zu machen und konzentriert sich auf eine atmosphärisch dichte Gestaltung und psychologische Stimmigkeit der Hauptfigur. Die Zukunft der Menschheit sieht düster aus. Aliens haben die Erde angegriffen und der Menschheit blieb nichts anderes übrig, als sich in einem gigantischen Bunkersystem zu verstecken. Der junge Rekrut S.U.M. 1 wird an die Erdoberfläche geschickt, um von einem Beobachtungsturm Ausschau nach den bedrohlichen Monstern zu halten. Die einsame Mission konfrontiert S.U.M. 1 vor allem mit seinen eigenen Ängsten...

Cinema, tgl. 21.30 Uhr (am So. im engl. OmU)

Der Mann aus dem Eis

„Ötzi“ ist bekanntlich die bestuntersuchte Mumie der Menschheitsgeschichte. Aus den Erkenntnissen der unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen hat nun Felix Randau - 25 Jahre nach dem Fund im Ötztaler Gletschereis - einen historischen Abenteuerfilm gemacht. Als Stammesführer Kelab (gespielt von Jürgen Vogel) in sein Dorf zurückkehrt, muss er feststellen, dass die Siedlung überfallen und seine Familie ermordet wurde. Er macht sich im gefährlichen Terrain auf die Suche nach den Tätern.

Bambi, tgl. (außer Mo.) um 21.30 Uhr

Die Wunde

Eine gewagte Konstellation. Der (weiße) südafrikanische Regisseur John Trengove stellt der archaischen Männerwelt der Xhosa-Initiationsriten das Thema in Afrika noch sehr tabuisierte Thema Homosexualität gegenüber. Xolani ist Fabrikarbeiter in der Stadt, doch einmal im Jahr reist er in seine ländliche Heimat, um als „Caregiver“ junge Männer bei einem traditionellen Ritual der Mannwerdung zu begleiten. Der heimlich homosexuelle Xolani gerät bald in einen Konflikt mit seinem Schützling Kwanda, doch auch seine Bezieung zu dem (ebenfalls schwulen) Kindheitsfreund und Caregiver Vija macht die Situation nicht einfacher.

Bambi, Mo. 21.30 Uhr in der Reihe „Homochrom“

Die Lebenden reparieren

Das Leben liegt vor ihm: Simon ist 20, klug, charmant, attraktiv, sportlich und kerngesund. Im Augenblick einer Sekunde liegt diese Zukunft hinter ihm. Bei einem Verkehrsunfall wird er schwer verletzt, die Ärzte können nur noch den Hirntod feststellen. Claire hat das Ende vor Augen, die zweifache Mutter ist schwer herzkrank. Wenn sie nicht bald ein Spenderherz erhält, ist sie dem Tod geweiht. Auf Simons Eltern kommt unvermittelt eine schwere Entscheidung zu. Sie müssen die niederschmetternde Diagnose verarbeiten und dem endgültigen Tod des Sohnes zustimmen, damit sein Herz Claire ein neues Leben schenken kann. Die Romanverfilmung von Katell Quillévéré greift ein Thema auf, das auch in Deutschland von dringender Aktualität ist: Während tausende Menschen verzweifelt auf eine Transplantation warten, sinkt die Bereitschaft zur Organspende.

Metropol, tgl. (außer Di.) 16.45 u. 19 Uhr, am Mi. um 19 Uhr im frz. OmU

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